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Radfahren soll attraktiver werden - doch dafür braucht es auch sichere Parkplätze für die Räder.

Altstadt

Für Fahrradständer dürfen keine Parkplätze weichen

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Radeln soll in Frankfurt attraktiver werden. Am Römer sollen daher Bügel zum Abschließen der Räder installiert werden - nur wo, ist noch nicht klar.

Mehr Fahrradständer vor dem Seiteneingang des Römers wünscht sich der Ortsbeirat 1. Aktuell befinden sich in unmittelbarer Nähe des Rathaus-Zugangs in der Bethmannstraße lediglich zwei Bügel, an denen sich die Drahtesel anschließen lassen. Und die würden „regelmäßig nicht ausreichen“, schreibt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Weber in seinem Antrag.

Dass Stadtverordnete, Mitarbeiter und Besucher mehr Möglichkeiten brauchen, um ihre Räder anzuschließen, darin waren sich alle Fraktionen des für die Altstadt zuständigen Stadtteilgremiums einig. „Der Bedarf ist wesentlich höher“, betonte Andreas Laeuen, Fraktionschef der Grünen. Oft stünden in der Bethmannstraße Fahrräder, die zwar abgeschlossen, aber nicht angeschlossen seien. Parteikollegin Anna Warnke sprang ihm zur Seite. Es sei „besonders deprimierend“, wenn man das Auto stehenlasse, mit dem Fahrrad fahre und dann Probleme habe, es anzuschließen. So könne man die Leute nicht dazu bewegen, aufs Rad umzusteigen.

Nur, wo sollen die zusätzlichen Fahrradständer hin? Für einige der Ortsbeiratsmitglieder eine klare Angelegenheit: Parkplätze müssen weichen. „Wir werden nicht drum herum kommen, weitere Parkplätze mit Fahrradbügeln zu versehen“, sagte Laeuen. Auch Warnke betonte, sie sei „auf jeden Fall dafür, Parkplätze zu opfern“. Alles andere sei „nicht zeitgemäß“. Falko Görres von der Partei Die Partei argumentierte, es gebe ja keine Anwohner, denen man die Parkplätze wegnehmen würde.

Magistrat soll Standort suchen 

Die Christdemokraten ließen sich jedoch nicht davon überzeugen, einen entsprechenden Passus in ihren Antrag mit aufzunehmen. „Wir sind nicht der Meinung, dass man den Parkdruck noch mehr erhöhen sollte“, sagte Sara Steinhardt (CDU). Auch Fraktionschef Weber hob hervor, man wolle „Auto- und Radfahrer nicht gegeneinander ausspielen“. Zuspruch gab es von der SPD-Fraktionsvorsitzenden Anna Pause. Sie warf Laeuen vor, er impliziere, dass Menschen, die mit dem Auto fahren, „per se böse sind“. Man müsse jedoch bedenken, dass Leute mit kleinen Kindern oder einer körperlichen Beeinträchtigung womöglich auf ihr Auto angewiesen seien.

So blieb der Antrag wie er war: mit der Forderung nach mehr Fahrradbügeln, aber ohne den Wunsch, dass dafür Parkplätze weichen müssen. Mit der Frage nach einem geeigneten Standort darf sich nun der Magistrat beschäftigen.

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