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Die Marie-Curie-Schule an der Graf-von-Stauffenberg-Allee 55 platzt aus allen Nähten.

Riedberg

Entwicklung unterschätzt

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Baudezernent Jan Schneider (CDU) informiert im Ortsbeirat: Die Holzmodule für die Marie-Curie-Schule kommen Ende Januar. Die dritte Grundschule soll wie geplant im Sommer 2019 eröffnen.

Er sei „mit so einem Hals hierhergekommen“, meldet sich ein Vater von der Marie-Curie-Schule gegen Ende der Sitzung des Ortsbeirats 12 zu Wort. Er richtet sich an Baudezernent Jan Schneider (CDU). „Aber Sie haben es heute wirklich geschafft, mich milde zu stimmen – sofern diese Ankündigungen dann auch eintreffen.“

Zunächst räumt Baudezernent Jan Schneider bei der Sitzung Fehler ein, trotzdem beteuert er: „Vor den Sommerferien war mir und auch der Bildungsdezernentin der erneute Verzug nicht bekannt. Bis dahin sind alle davon aus gegangen, dass in den Herbstferien alles fertig ist.“

Für die Marie-Curie-Schule stellt er einen Zeitplan vor, der in Absprache mit dem Hersteller der Holzmodulcontainer entstand. Das neue Datum: Ende Januar. „Stahlcontainer können zwar schneller installiert werden, dafür sind die Holzmodule die eindeutig bessere Lösung“, sagt Schneider. Durch hellere Räume würden sie eine bessere Arbeitsatmosphäre schaffen. Im Winter würden sie weniger abkühlen, sich im Sommer nicht so erhitzen. Dass „die Lösung mit den Holzmodulcontainern langfristig gesehen für die Schüler angenehmer sei“, sorgt bei anwesenden Eltern dann doch für einige Irritationen. Vielen war nicht bewusst, dass die Eröffnung einer dritten Grundschule im kommenden Schuljahr, nicht bedeutet, dass Unterricht im Container der Vergangenheit angehört. „Vier, sechs, acht Jahre werden die Container wohl dort stehen bleiben“, bleibt Schneider wage.

Die komplizierte Situation bezüglich der Mittagsbetreuung und dem AG-Angebot durch mehrere Standorte, sei dem Dezernenten, bis vorherige Woche, unbekannt gewesen. Das Gymnasium Riedberg stellt der Grundschule zwar ab sofort zwei Räume zur Verfügung. Da ihm jetzt bewusst sei, dass drei Standorte die Lage nur noch komplizierter machen, soll es ab Ende Oktober ein weiteres Provisorium „als Wiedergutmachung“ geben: einen Stahlcontainer an der Stelle des Bolzplatzes – dafür direkt am Hauptgebäude.

Der Blick in die weitere Zukunft: Von der Formulierung „extrem sportlicher Zeitplan“ weicht der Dezernent zwar nicht ab, trotzdem soll sie zum Schuljahr 2019 in der Hans-Leistikow-Straße eröffnen: die dritte Grundschule – zunächst auch in Holzmodulen. Dort können zwei Jahrgänge mit vier Zügen unterrichtet werden. Die Erweiterung der IGS Riedberg ist im Gange und soll Juli 2019 fertig gestellt sein. Ein neues Gymnasium soll 2020 folgen. Um Verzögerungen und Engpässe in Zukunft zu vermeiden, werden laut Baudezernenten, aktuell schon Standorte für neue Schulen im Umkreis von Kalbach und dem Riedberg gesucht. Angedacht sind eine IGS am Ben-Gurion-Ring und ein Gymnasium im Mertonviertel.

Am Ende bittet der Baudezernent um Nachsicht. Mit der Bevölkerungsentwicklung habe keiner rechnen können. Der Anstieg an Schulkindern, erfordere aktuell in jedem Stadtteil Containerlösungen. „Und mit diesen Übergangslösungen müssen wir uns nicht verstecken. Das ist besser als vieles, was andere Städte dauerhaft bauen.“

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