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Ann-Kristin Müller tritt ihr Amt im Dezember an.

CDU in Frankfurt

Eine Managerin für die Frankfurter CDU

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Ann-Kristin Müller wird Kreisgeschäftsführerin der Frankfurter Christdemokraten. Als Vorstandsmitglied der Sachsenhäuser CDU kennt die 28-Jährige die Wünsche und Probleme der Basis.

Frau Müller hat International Management studiert. Doch, doch, damit können auch ältere Herren etwas anfangen. Sie hat zunächst einen Bachelor und dann einen Master erworben. Nun gut, so heißen die Studienabschlüsse heutzutage eben. Aber als Frau Müller dann sagt, dass sie in ihrem letzten Job „in-house-consulting“ betrieben habe, da schaut die Generation 50 plus sie doch sehr ratlos an. „Betriebsinterne Beratung“, ergänzt sie deshalb schnell.

Frau Müller, Vorname: Ann- Kristin, Alter: 28 Jahre, ist der Gegenentwurf zu den Männern jenseits der 50, von denen es ja bekanntlich einige in der Frankfurter CDU gibt. Ein paar sind auch am Donnerstag in der Geschäftsstelle der Frankfurter Christdemokraten dabei, als Ann-Kristin Müller als neue Kreisgeschäftsführerin vorgestellt wird. Und sie wirken gar nicht mal sauer, als CDU-Vorsitzender Jan Schneider (selbst erst 36 Jahre alt) sagt, er sei froh, eine junge Frau für den Posten gewonnen zu haben. Von Frau Müller gehe auch ein Signal aus: „Es gibt junge Frauen, die sich bei der CDU engagieren“, sagt Schneider.

Ann-Kristin Müller engagiert sich aber nicht nur in der CDU, der sie seit ihrem 18. Lebensjahr angehört. Sondern auch in Vereinen. Und in der Kirche. Und in Sachsenhausen, wo sie Sozialbezirksvorsteherin ist. Und in der Jungen Union. Und auf dem Sportplatz – unter anderem ist sie Stabhochsprungtrainerin, denn bis zu ihrem 15. Lebensjahr ist sie selbst gesprungen. Bestmarke: knapp drei Meter. „Die CDU legt die Latte hoch“, witzelt Jan Schneider.

Das alles ist nett – und gleichzeitig ziemlich oberflächlich. Jan Schneider sagt relativ allgemein, die CDU werde weiterhin „an der Parteistruktur arbeiten“. Ann-Kristin Müller, die ihren Job am 1. Dezember antritt, ergänzt auf konkrete Nachfrage nur, die Partei sei gut aufgestellt, und nun stehe erst einmal die hessische Landtagswahl an. Dass sie selbst der wirtschaftsfreundlichen Mittelstandsvereinigung MIT in der CDU angehört, verrät sie nur ungern – und erst, nachdem sie mit dem Spruch, sie sei noch nicht Mitglied in der Senioren-Union, mehrfach versucht hat, der Frage auszuweichen.

Unstrittig ist aber, dass Müller als Vorstandsmitglied der Sachsenhäuser CDU die Wünsche und Probleme der Basis kennt. Und dass sie weiß, was Wahlkampf heißt. Sowohl vor der Bundestags- als auch vor der OB-Wahl warb sie engagiert um Stimmen für die Christdemokraten. Müller sei sich nicht zu schade, „morgens um 5.30 Uhr vor dem Südbahnhof Brezeln zu verteilen“, sagt Schneider. Im Übrigen könnten die Rahmenbedingungen für eine Kreisgeschäftsführerin schlechter sein. Der Mitgliederschwund bei der Frankfurter CDU ist laut Schneider gestoppt. 2826 Menschen gehören dem Verband an – Tendenz: leicht steigend.

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