Grundschulen in Frankfurt

Demo gegen Lehrermangel

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Die Eltern der Eichendorffschule rufen zum Protest auf: Es mangelt an Lehrern in Frankfurts Grundschulen. Heute beginnt um 14 Uhr eine Demo vor dem Staatlichen Schulamt.

Den Eltern an der Eichendorffschule in Griesheim reicht es jetzt. In der Grundschule mangelt es hinten und vorne an Lehrern. 90 Lehrerstunden pro Woche fehlen, drei Klassen haben keine Klassenlehrer. „Deswegen werden Kinder immer wieder auf andere Klassen aufgeteilt oder Lehrer beaufsichtigen zwei Klassen gleichzeitig“, sagt Schulelternbeirätin Kerstin Mayer. Teilweise würden die Kinder auch völlig sich selbst überlassen. „So kann das auf keinen Fall bleiben. Das Fass ist übergelaufen.“

Deshalb will die Schulgemeinde am Donnerstag vor dem Staatlichen Schulamt demonstrieren – und ruft andere Schulen zur Teilnahme auf. „Wir sind nur eine von vielen Schulen, der es so geht“, sagt Mayer. „Bei anderen sieht es keinen Deut besser aus.“ Erst kürzlich hatten die Leiter der Frankfurter Grundschulen Alarm geschlagen: In einem Brief legten sie Kultusminister Alexander Lorz (CDU) dar, dass die Arbeitsbelastung an Schulen zeitlich und psychisch kaum zu bewältigen sei. Es fehle an Lehrern, die Klassen seien zu groß, die Aufgaben zu vielfältig.

Dass es in Grundschulen an Lehrern mangelt, sieht man auch im Kultusministerium. Fürs nächste Schuljahr rechnet man mit 200 bis 300 fehlenden Lehrern an hessischen Grundschulen. Deswegen hat Lorz ehemalige Lehrer gebeten, ihren Ruhestand zu unterbrechen und in den aktiven Schuldienst zurückzukehren. Auch will man Haupt-, Realschul- und Gymnasiallehrer ohne Anstellung umschulen.

Für die Eichendorffschule hat das Staatliche Schulamt nun erstmal Lehrer gefunden. Sie treten am Montag ihren Dienst an. „Die Unterrichtsversorgung wird bei 104 Prozent liegen“, sagt Amtsleiter Wolfgang Kreher. Allerdings unter dem Vorbehalt, dass alle neuen Kräfte auch auftauchen. „Wir haben etliche Verträge abgeschlossen“, sagt Kreher. Mit ausgebildeten Lehrern, nicht mit Hilfskräften, allerdings in unterschiedlichen Vertragsverhältnissen. Es gibt neue Vertretungslehrer, aber auch Beamtenstellen. Der Prozess habe gedauert, sagt Kreher, eine Vertragsverhandlung sei gescheitert. „Die Verzögerung ist bedauerlich.“

Doch selbst wenn für die Eichendorffschule neue Lehrer kommen – an anderen Schulen bleibt das Problem bestehen. „Und das muss sichtbar gemacht werden“, sagt Stadtelternbeirätin Alix Puhl. „Denn vielen ist auch noch nicht bewusst, wie dramatisch der Lehrermangel im nächsten Schuljahr erst sein wird.“

Demo gegen Lehrermangel , Donnerstag, 16. Februar, 14 Uhr, vor dem Staatlichen Schulamt, Stuttgarter Straße 18.

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