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Muckis zeigen: Schülerinnen bei der Eröffnung der 58. Kinderbuchausstellung im Römer.

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Bücher statt Internet

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58. Kinder- und Jugendbuchausstellung Leseeule eröffnet im Römer. Das diesjährige Motto lautet „Starke Kinder - wir haben Rechte“.

Finja schaut kein Fernsehen. Vor dem Schlafen liest die Zehnjährige jeden Abend ein paar Seiten in ihrem Buch. „Am liebsten einen Fantasy-Roman“, sagt sie. Zusammen mit ihren beiden Freundinnen Martha (9) und Alva (9) stöbert sie in den Regalen nach neuen Büchern. Martha interessiert sich für Comics. Alva ist ein großer Fan von Harry Potter. Drei Filme hat sie schon von dem Zauberschüler gesehen. Zu Weihnachten wünscht sie sich ein Buch aus der berühmten Romanreihe.

Die drei Schülerinnen sind Gäste der 58. Kinder- und Jugendbuchausstellung, die am Montag unter dem Motto „Starke Kinder - wir haben Rechte“ im Römer eröffnete. Über 800 Bücher präsentiert die Frankfurter Leseeule ihren Besuchern in den kommenden drei Wochen.

Interessierte Bücherwürmer können kostenfrei in der ausgestellten Literatur schmökern. Das Angebot reicht von Bilderbüchern über Unterhaltungsromane und Comics bis zu Sachbüchern mit zeitgenössischen Themen wie Flucht oder Fake News. Die Ausstellung bietet auch internationalen Buchliebhabern ihren Lesestoff. Romane in italienischer, polnischer oder portugiesischer Sprache sind in den Bücherregalen zu finden.

Organisiert wird die Ausstellung vom Frankfurter Jugend- und Sozialamt. Weitere Veranstalter sind die Stadtbücherei und das Schulamt Frankfurt sowie der Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 55 000 Euro.

Zur Eröffnungsfeier im Ratskeller lud die Leseeule drei ausgewählte Kindergruppen der Michael-Ende-Grundschule, der IGS Süd und der Adolf-Reichwein-Grundschule ein. Die Gruppen präsentierten in kurzen Theater- und Tanzaufführungen und einer szenischen Lesung ihren persönlichen Umgang mit Kinderrechten. Schwerpunkt bildete das Thema Gewalt in der Erziehung.

Ziel der Ausstellung sei es, den Schutz und die Unterstützung der Kinder zu stärken, erklärte die Frankfurter Jugend- und Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) bei der Eröffnung. Kinder- und Jugendliteratur schafften dabei ein Bewusstsein für dieses Thema bei Eltern und Kindern zugleich. Der Blickpunkt auf die Kinderrechte bei der diesjährigen Ausstellung sei auch deshalb gewählt worden, weil das Thema in diesem Jahr verstärkt in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, sagt Andrea Breu, Organisatorin der Leseeule.

Wichtige Kinderrechte, die bereits 1989 von den Vereinten Nationen beschlossen wurden, sind unter anderem das Recht auf Bildung, Freizeit und Gesundheit, das Recht auf Gedanken- und Meinungsfreiheit oder der Schutz vor Gewalt und Misshandlung. Mit diesen Herausforderungen würden Kinder schon früh durch die Eltern, Lehrer oder Mitschüler konfrontiert, meint Breu.

Im Zeitalter des Internets hätten Kinder bereits in der Schule Zugang zu ungefilterten Informationen. Sie plädiert dafür, Kinder und Jugendliche in diesem Prozess nicht zu unterschätzen. „Bücher können dabei Lösungsvorschläge für die Probleme bieten“, sagt Breu, „sie helfen einem beim Denken, indem sie die Welt über eine Geschichte erklären.“

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