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Martin Allespach, Direktor der Akademie der Arbeit in Frankfurt.

Akademie der Arbeit in Frankfurt

DGB bleibt hart im Poker um Akademie der Arbeit

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Der Gewerkschaftsbund weist den Vorwurf der Immobilienspekulation in Frankfurt zurück und beharrt auf der Forderung von 4,2 Millionen Euro für die Akademie der Arbeit.

Der DGB-Bundesvorstand in Berlin hat jetzt auf den Vorwurf der Immobilien-Spekulation reagiert, der im Frankfurter Römer gegen ihn erhoben wird. CDU und Grüne sehen den Preis von 4,2 Millionen Euro als völlig überhöht an, den der DGB für das Gebäude der Europäischen Akademie der Arbeit, Mertonstraße 30, von der Stadt verlangt. In einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der FR erklärt der DGB, er habe bereits 2013 Verhandlungen mit dem städtischen Konzern ABG aufgenommen.

Ihm gehört das Grundstück, auf dem die Akademie der Arbeit steht. Die Gespräche hätten im Jahr 2014 „ergebnislos“ geendet, so der DGB. Seit 2016 verhandele man nun direkt mit der Stadt Frankfurt. Grundlage der Verhandlungen sei zunächst ein Kaufpreis von 5,2 Millionen Euro gewesen. Dieser Summe liege ein Sachverständigengutachten zugrunde. Die Vermögensverwaltungs- und Treuhandgesellschaft (VTG) des Deutschen Gewerkschaftsbundes sei „grundsätzlich an diese Summe gebunden“. Sie dürfe nur auf Grundlage eines Gutachtens handeln. 

„Soziale Weiternutzung der Immobilie“ gewünscht 

Der VTG liege aber viel „an einer sozialen Weiternutzung der Immobilie“. Tatsächlich möchte die Stadt in dem Haus an der Mertonstraße gemeinschaftliches Wohnen ermöglichen. Deshalb habe die VTG bei ihren zuständigen Gremien die Genehmigung erreicht, „den Kaufpreis um eine Million Euro zu reduzieren“. So sei die Forderung von 4,2 Millionen Euro entstanden, die im Römer auf Ablehnung stößt.

Die CDU möchte lediglich 3,6 Millionen Euro an den DGB zahlen. Sie beruft sich ihrerseits auf eine Expertise des städtischen Gutachterausschusses für Immobilienwerte. Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes handelt es sich dabei lediglich um eine „behördeninterne Kaufpreisermittlung“.

Weiter kritisiert der DGB: „Eine Erläuterung der Kaufpreisvorstellung ist nicht erfolgt.“ Mit dieser Stellungnahme aus Berlin sind die Verhandlungen zwischen DGB und Stadt festgefahren. Das erhoffte gemeinschaftliche Wohnen im Haus Mertonstraße 30 liegt in weiter Ferne.

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