+
Senckenberg-Forscher Tobias Erik Reiners hat 2014 eine starke Feldhamster-Population auf den Feldern zwischen Zeilsheim und Sindlingen nachgewiesen.

Frankfurt-Sindlingen

Bedenken gegen Baugebiet

  • schließen

Die Pläne für die Felder am Ortsrand von Frankfurt-Sindlingen überzeugen nicht alle. Die Ortsbeiräte stellen sich gegen die Parteikollegen im Römer.

Massive ökologische Bedenken“, hegt Thomas Schlimme gegen das Vorhaben der Stadt, westlich und südlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung neue Häuser zu bauen. Der Sprecher der Grünen im Ortsbeirat 6 warnt davor, eine weitere Frischluftschneise zu verbauen. Und: „Es geht auch um die Feldhamsterpopulation in diesem Gebiet.“

Nicht nur die Grünen im Ortsbeirat verweigern die Zustimmung. Auch in den Reihen der CDU gibt es einen, der nicht dafür ist. Der Landwirt Patrick Stappert bewirtschaftet einen nicht unerheblichen Teil der Flächen, die in dem angestrebten Neubaugebiet liegen. Darauf mag er nicht verzichten, seine Existenz hänge davon ab.

Mit ihrer Enthaltung stellen die Rebellen sich gegen die eigene Partei in der Römerkoalition. Deren Antrag hat der Ortsbeirat eigentlich zur Kenntnis nehmen und damit Zustimmung signalisieren sollen.

Dabei haben die Parteien im Römer bereits Abstriche von früheren Plänen für das Areal gemacht. Ursprünglich, Ende 2013, wollten die Stadtplaner etwa 2000 neue Wohnungen errichten. Zwischen Hoechster Farbenstraße und der Bahnlinie gen Niedernhausen und Limburg. Selbst die Bezirkssportanlage, die Kleingärten und die Tennisplätze wollten die Planer umziehen. Obwohl die Stadt den Sportplatz vor nicht allzu langer Zeit aufwendig saniert hat.

Allerdings liegt das potenzielle Baugebiet nah am Industriepark. Neue Baupläne kann die Stadt da nicht ohne weiteres aufstellen, das widerspricht der Seveso-Richtlinie – Industrie und Wohnen müssen Abstand voneinander halten. Nun werden die Karten neu gemischt: Stadt und Industriepark haben sich auf neue Abstandsregeln geeinigt. 500 Meter sind die Richtlinie.

Darauf sind die Römerfraktionen eingegangen und haben die Baupläne angepasst. Die Bezirkssportanlage, der Kleingartenverein sowie die Tennisanlage können an ihrem Standort verbleiben. Weiterhin müsse eine neue, eigene Verkehrsanbindung an das überörtliche Straßenverkehrssystem erfolgen. Vorrangig ist im Antrag eine Unterführung der Eisenbahnlinie Frankfurt am Main-Wiesbaden und die Anbindung der Internationalen Schule an die neue Erschließungsstraße aufgeführt.

Den Ortsbeirat hat das nur bedingt überzeugt. Dieter Storck (Linke) hat etwa weiteren Informationsbedarf angemeldet. „Ich möchte vom Magistrat wissen, wem die Grundstücke gehören und wer hier baut.“ Storck und seiner Fraktionskollegin geht es dabei um die mögliche Vergabe von Wohneigentum in Erbpacht nach Förderung des Mittelstandsprogramms.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare