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Die Babylotsin Daniela Dankert (l.) betrachtet mit der Mutter Tanja das neugeborene Baby.

Familien in Frankfurt

Babylotsinnen helfen jungen Müttern in Frankfurt

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Babylotsinnen unterstützen junge Familien in Frankfurt direkt nach der Geburt. Die Stadt ist die erste in Deutschland, in der es ein solches flächendeckendes Angebot gibt.

Frankfurt ist die erste Stadt Deutschlands, in der es ein flächendeckendes Angebot sogenannter Babylotsen gibt. Was schnuckelig klingt, ist eine handfeste Unterstützung für junge Familien. Ziel ist es, Überforderung in der neuen Lebenssituation vorzubeugen. Dazu besuchen die Babylotsinnen – Sozialarbeiterinnen oder Pädagoginnen mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation – die Mütter direkt nach der Geburt noch im Krankenhaus.

Je nach Bedarf vermitteln sie dann Unterstützung bei Behördengängen, Kontakte zu Elterntreffs oder auch eine psychosoziale Betreuung. Manchmal beraten sie auch einfach nur, welches der rund 500 Angebote in der Stadt für die jungen Eltern passend sein könnte.

Träger des Frankfurter Angebots ist der Kinderschutzbund. Hier sind die neun Babylotsinnen angestellt. Finanziert wird es von der Stadt Frankfurt und vier Stiftungen. Das Angebot ist Teil der Bundesinitiative Frühe Hilfen, für die deutschlandweit jährlich 51 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Bei den Babylotsen ist Frankfurt ganz weit vorn, sagt Friederike Rieg. Sie koordiniert das Projekt in Hamburg und war gestern auf Werbetour in Hessen, um weitere Kliniken und Kommunen zu gewinnen.

Bei der ersten Regionalkonferenz Hessen zum Thema haben die Frankfurter Beteiligten ihre Erfahrungen mit interessierten Vertretern von Kommunen und Kliniken geteilt.

Sozial- und Jugenddezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) hat das Projekt von Anfang an begleitet. „Es war mir wichtig, dass es allen Eltern zur Verfügung stehen sollte“, sagt sie. Und betont: „Frühe Hilfen greifen nur, wenn an unterschiedlichen Stellen daran gestrickt wird.“

Dass die Kommunikation innerhalb der Stadtverwaltung gut funktioniert, trägt laut Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) zum Erfolg des Projekts in Frankfurt bei, sagt er. Damit sei es eine Blaupause für andere Städte.

Eine wichtige Zielgruppe sind bildungsferne Familien und Migranten. Den Bedarf sieht Babylotsin Melanie Bulling aber keineswegs nur hier. Zwar sei der Bedarf hier sehr leicht zu erkennen. Aufgabe der Babylotsinnen sei es aber auch, ganz genau hinzuschauen. „Überforderungssituationen nach der Geburt eines Kindes gibt es häufiger als man denkt“, sagt sie. Und zwar auch in Familien, von denen man es auf den ersten Blick nicht erwarten würde.

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