Sicherheit

Aufeinander aufpassen

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Die Polizei informiert bei der Sicherheitsberatung im Mehrgenerationenhaus.

Damaris Theophel steckt im Kreuzverhör. Die junge Polizistin schlägt sich gut. Bei der Sicherheitsberatung im Mehrgenerationenhaus im Gallus soll die 24-Jährige am Dienstag über Sicherheit auf dem Fahrrad informieren. Etwa dass Radler in der dunklen Jahreszeit helle Kleidung tragen sollten, dass die Lichter funktionieren sollten, dass es nicht schadet, das Rad mal für einen Check in die Werkstatt zu bringen.

Stattdessen erklärt Theophel einer Gruppe von Kindern mit Engelsgeduld, warum sie einen Stern auf der Schulterklappe ihrer Uniform trägt. Seit fünf Jahren arbeitet sie bei der Polizei, den Stern hat sie nach dem Studium bekommen, einen zweiten erhält sie sicher bald. Einen dritten, wenn sie sich sehr anstrengt.

Theophel kennt das aus der Verkehrserziehung. „Das interessiert die Kinder. Und es hilft Hemmungen abzubauen.“ Wer die freundliche Polizistin kennt, traut sich eher, die 110 zu wählen, wenn es brenzlig wird. Die Uniform-Patches mit Hessenwappen und Namensschild sind übrigens gar nicht genäht, sie haften mit Klettverschluss. „Ich muss meine Hemden ja auch waschen“, erklärt die Polizistin fröhlich.

Wieder was dazugelernt zum Thema Sicherheit, wie an diesem Tag an allen Ecken des Mehrgenerationenhauses. Es gibt Infos zu Viren im Internet, zu Telefonbetrügern, zum Schutz vor Einbrechern. „Viele bunte Tische“, sagt Kristin Friedrich, die Leiterin des Hauses. „So wie unsere Einrichtung.“ So wie das Gallus.

Das bunte Gewusel gefällt auch dem Familienminister. „Kinder müssen laut sein“, lässt sich Stefan Grüttner (CDU) nicht aus dem Konzept seiner Ansprache bringen. Der Nachmittag ist Teil des Projekts „Hessen hat Familiensinn“, das sein Ministerium entwickelt hat. Es geht um Sicherheit und Verbraucherschutz. Themen, die Familien interessieren. Polizei sei dafür wichtig, findet Grüttner, aber auch, dass alle aufmerksam sind, aufeinander aufpassen. „Wir alle können helfen.“

Erfolge gibt es, sagt Walter Seubert, Vizepräsident der Frankfurter Polizei. Die Zahl der Einbrüche sei in den vergangenen Jahren um 26 Prozent gesunken. Noch besser: Die Hälfte der Einbrüche scheitert. Weil die Ganoven am Türschloss verzweifeln oder weil aufmerksame Nachbarn die Polizei rufen.

Wichtiger Akteur in Sachen Sicherheit ist auch der Regionalrat. Ein Gremium, das die Institutionen des Stadtteils an einen Tisch bringt. Die versuchen, Konflikte zu beenden, bevor sie ausbrechen. „Durch Dialog und Toleranz“, sagt der neue Vorsitzende des Gremiums, Winfried Becker.

Das Gallus ist viel besser als sein Ruf, findet Becker. Das erkenne er immer wieder. Neubürger wenden sich zunächst ganz sorgenvoll an den Regionalrat, fragen nach, ob es im Stadtteil sicher sei. Nach einiger Zeit fangen sie an zu schwärmen. Von der Vielfalt, dem schönen Grün, der Solidarität untereinander.

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