29. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Frankfurt/Main: Abschlußgottesdienst im Waldstadion.
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29. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Frankfurt/Main: Abschlußgottesdienst im Waldstadion.

Kirchentag 2021

200.000 Gäste in Frankfurt erwartet

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Ökumenische Versammlung wird doppelt so groß wie geplant. Die Kosten für die Stadt von ehemals drei Millionen Euro werden steigen.

Seit dem 18. November 2016 ist alles anders. An diesem Tag entschieden sich die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland, im Jahr 2021 einen gemeinsamen Kirchentag in Frankfurt zu veranstalten. Zuvor war nur von einem Evangelischen Kirchentag die Rede gewesen. Jetzt wollen die beiden Kirchen vom 12. bis 16. Mai 2021 ein Signal der Ökumene von Frankfurt aussenden.

Für die Stadt bedeutet das eine gewaltige Herausforderung. Längst haben die organisatorischen Vorbereitungen begonnen. Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) rechnet damit, dass sich die Zahl der Besucherinnen und Besucher gegenüber den ursprünglich angenommenen 100 000 Menschen jetzt „verdoppelt“, wie seine Büroleiterin Laura Wagner der FR sagte. Die Zahl von 200 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern orientiert sich an den Erfahrungswerten des ökumenischen Kirchentags, den im Jahr 2003 die Bundeshauptstadt Berlin ausgerichtet hatte.

Kirchendezernent Becker begrüßt die ökumenische Veranstaltung: „Sie wird in der nun beabsichtigten Form noch deutlich mehr Menschen ansprechen und damit Frankfurt im Jahr 2021 zu einem Zentrum des Dialogs machen.“ Der Kirchentag erreiche gerade junge Menschen und begeistere auch diejenigen, „die sich bislang wenig mit der Kirche auseinandergesetzt haben“, so der CDU-Politiker.

Allerdings wird sich auch das finanzielle Engagement der Stadt für diesen ökumenischen Kirchentag deutlich erhöhen müssen. Bisher ging der Magistrat von einem Zuschuss in Höhe von drei Millionen Euro aus. „Diese Summe wird angepasst werden“, so die Büroleiterin des Kirchendezernenten. Mehr lasse sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Die Fraktion der Alternative für Deutschland (AfD) im Römer hat in einer Anfrage an den Magistrat das finanzielle Engagement der Stadt beim Kirchentag grundsätzlich als „fragwürdig“ kritisiert. Dies gelte angesichts der hohen Einnahmen beider großen Kirchen aus der Kirchensteuer und aus geplanten Eintrittskarten 2021.

Kirchendezernent Becker weist diese Kritik zurück. „Der Kirchentag ist ein herausragendes Ereignis, welches Menschen zusammenführt und sie einlädt, über aktuelle Themen offen zu diskutieren“, äußerte er. Der Dialog werde immer bedeutender.

Frankfurt hat bisher vier Evangelische Kirchentage ausgerichtet, und zwar in den Jahren 1956, 1975, 1987 und 2001. Bei der Abschlusskundgebung des Kirchentages 2001 unter dem Motto „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ waren 70 000 Menschen zusammengeströmt.

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