Stadtentwicklung

CDU kritisiert Pläne für neue Stadtviertel

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die CDU-Fraktionen im Nordwesten Frankfurts warnen vor hohen „XXL-Quartieren“ an der Autobahn 5. Auch sonst gefällt ihnen an den Plänen nicht sehr viel.

Nach Kritik aus Steinbach äußern sich nun auch Teile der Frankfurter CDU ablehnend zum Siegerentwurf des Workshopverfahrens für neue Quartiere im Nordwesten Frankfurts. Die Arbeitsgruppe „Baugebiet an der A5“ der CDU-Fraktionen in den Ortsbeiräten 7 und 8 stört sich vor allem an der geplanten Dichte und den Geschosshöhen der in dem Entwurf vorgeschlagenen Viertel „Lachgrabenquartier“ und „Neu-West-Stadt“. „Diese XXL-Quartiere mit ausschließlich massivem Geschosswohnungsbau werden die bestehenden Stadtteile überfordern und ihnen schaden“, warnt Thomas Rätzke, der Sprecher der Gruppe. Dass am westlichen Rand der Nordweststadt 26 Hochhäuser mit bis zu zwölf Geschossen entstehen könnten, ist für ihn „ein überwunden geglaubter Alptraum aus der Geschichte der Stadtplanung“. Für die Nordweststadt werde dieses Hochhauscluster zu einem städtebaulichen Fiasko. „Sie würde ihre typische Silhouette komplett einbüßen.“

Nach dem von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) vorgestellten Siegerentwurf des Workshops zur möglichen Bebauung des bisher überwiegend landwirtschaftlich genutzten Areals könnten vier Quartiere mit zusammen etwa 8600 Wohnungen entstehen: drei östlich der Autobahn 5, eines westlich der Trasse. 75 Prozent des Untersuchungsgebiets blieben unbebaut, stellte Josef heraus. Durch dichte Bebauung werde nur ein Bruchteil der Fläche versiegelt wie beim Bau neuer Quartiere in der Region.

Nach Ansicht der Arbeitsgruppe der CDU in den Ortsbeiräten 7 und 8 blieben Klima- und Naturschutz trotzdem „auf der Strecke“, wenn der Entwurf realisiert würde. Das „Lachgrabenquartier“ werde sich wie ein Propfen zwischen Nordweststadt und Praunheim schieben, so dass wichtige Flächen für die Kaltluftentstehung und die Weiterleitung der Kaltluft verloren gingen. Die CDU vermisst im Entwurf zudem Einfamilienhäuser für „Menschen aus dem normalen Mittelstand“. Nicht jeder wolle im Wohnturm oder in einer Blockrandbebauung wohnen, sagt Rätzke.

Die SPD im Ortsbeirat 7 reagiert dagegen mit „Erleichterung“ auf die Entscheidung zum städtebaulichen Leitbild für das Areal. „Die von vielen befürchtete Versiegelung der gesamten Landschaft wird es nicht geben“, sagt Hans-Jürgen Sasse, Fraktionschef im Stadtteilgremium. Das sei das richtige Signal an die vielen Bürger:innen, die sich an dem öffentlichen Diskussionsprozess über die Entwürfe beteiligt hätten. Er vermisst und erwartet aber ein „klares Bekenntnis“ zur Entlastungsstraße für Praunheim. Schließlich leide der Stadtteil jetzt schon unter viel Durchgangsverkehr.

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