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Uwe Becker, Daniela Birkenfeld und Bettina Wiesmann erleben eine historische Wahlniederlage. R. Hoyer
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Uwe Becker, Daniela Birkenfeld und Bettina Wiesmann erleben eine historische Wahlniederlage. R. Hoyer

Wahlniederlage

Frankfurt: Historisches Tief bei Bundestagswahl - CDU bleibt Partei der alten Leute

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Die Frankfurter CDU muss nach der Bundestagswahl ein historisch schlechtes Ergebnis verarbeiten.

Frankfurt - Die Frankfurter CDU hat bei der Bundestagswahl ein historisch schlechtes Ergebnis einstecken müssen. Mit 18,1 Prozentpunkten kam sie in der Stadt nur auf den dritten Platz hinter SPD und Grüne. Sie verlor die Direktmandate in beiden Wahlkreisen. Hinter dem Ergebnis der CDU im Bund (24,1 Prozent) liegt die Frankfurter CDU deutlich zurück. Tatsächlich steht sie –bezogen auf Bundestagswahlen – seit 1949 so schlecht da wie noch nie.

Das Ergebnis reiht sich in eine Serie von Wahlniederlagen ein. Bei der Kommunalwahl 2021, der Europawahl 2019, der Landtagswahl 2018, der OB-Wahl 2018 lag stets eine andere Partei vor der Frankfurter CDU.

Bundstagswahl in Frankfurt: CDU mit einer reihe von Wahlniederlagen

Was kann die Partei mit Blick auf die nächsten Wahlen, die Landtagswahl 2023 und die OB-Wahl 2024, daraus lernen? Ein Blick in die Wahlanalyse des Bürgeramts, Wahlen und Statistik sowie Gespräche mit CDU-Mitgliedern geben Aufschluss.

Erkenntnis Nummer eins: Die CDU in Frankfurt ist die Partei der alten Leute. Nur bei den über 70-Jährigen erreichte sie noch mehr als 30 Prozent der Stimmen. In keiner anderen Partei ist die Kernwählerschaft so alt wie bei der Frankfurter CDU – nicht einmal bei der AfD. Bei Menschen bis 44 Jahre kam die Frankfurter CDU gerade auf zwölf Prozent der Stimmen. Das hat mehr von einer Nischen- als von einer Volkspartei.

Erkenntnis Nummer zwei: Der Frankfurter CDU sind die Wählerinnen und Wähler davongerannt. Nur knapp 60 Prozent der Menschen, die bei der Bundestagswahl 2017 die CDU wählten, machten nun ihre Kreuze erneut bei ihr; etwa 40 Prozent der Stimmen gingen verloren. Und wohin? Rund die Hälfte der früheren CDU-Wählerinnen und Wähler wählte grün. Der Rest teilte sich mehr oder weniger auf zwischen Nichtwähler:innen und SPD; ein kleiner Rest ging an andere Parteien. Das spricht dafür, dass Themen wie Klimaschutz, Mobilitätswende und soziale Gerechtigkeit auch fürs Bürgertum wichtig sind. Und dass eine relevante Gruppe unzufrieden ist mit der CDU.

Bundestagswahl in Frankfurt: CDU erreicht Wähler:innen nur noch in vier Stadtteilen

Erkenntnis Nummer drei: Nur noch in vier Stadtteilen im Frankfurter Norden – Nieder-Eschbach, Harheim, Berkersheim und Kalbach-Riedberg – gewann die CDU. Vier von 46 Stadtteilen - auch das ist Nische. „Wir müssen uns fragen, wie wir uns die Zukunft der Frankfurter CDU vorstellen“, sagt Bettina Wiesmann, die ihr Bundestagsmandat verlor. „Die Frage ist, wie frisch wir wahrgenommen werden“, sagt Axel Kaufmann, der ebenfalls kein Direktmandat errang.

Wer ist schuld am Wahlergebnis? Für Kaufmann steht fest, dass „Armin Laschet den Namen dieses Ergebnisses trägt“. Bettina Wiesmann sagt, Europa, starke Wirtschaft, internationale Zusammenarbeit seien nicht genug thematisiert worden; Klima sei „nur ein Thema von vielen“. Jan Schneider, der Frankfurter CDU-Kreisvorsitzende, merkt an, Omid Nouripour (Grüne) sei ein starker Kandidat im Wahlkreis 183 gewesen, und Armand Zorn (SPD) habe im Wahlkreis 182 viele Stimmen von Grünen-Wählenden bekommen, weil Deborah Düring (Grüne) eher unbekannt gewesen sei.

CDU in Frankfurt sei im Römer sei „jünger und weiblicher“ geworden

Der Frankfurter CDU steht eine programmatische Diskussion bevor. Am Montagabend kam der Landesausschuss der Partei zusammen, um die Wahl zu reflektieren; am Donnerstag trifft sich die Spitze der Frankfurter CDU. Schneider hebt hervor, die CDU-Fraktion im Römer sei jünger und weiblicher geworden, die CDU habe ihr Programm zur Kommunalwahl erstmals basisdemokratisch bestimmt. In der Opposition im Römer profiliere sich die CDU, „auch wenn es unser Anspruch ist, zu regieren“. Doch dazu muss die CDU mehr Menschen ansprechen. (Florian Leclerc)

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