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Bettina Wiesmann wird im Wahlkampf oft auf Klimaschutz und Coronapolitik angesprochen. Tobias Koch
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Bettina Wiesmann wird im Wahlkampf oft auf Klimaschutz und Coronapolitik angesprochen. Tobias Koch

Bundestagswahl 2021

CDU in Frankfurt: Kampf gegen den Bundestrend

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Bettina Wiesmann (CDU) wirbt auch bei FDP-Wählerinnen und -Wählern um Erststimmen.

Bettina Wiesmann weiß: Diese Wahl wird für sie kein Selbstläufer. Vor vier Jahren lag die CDU-Bundestagskandidatin im Wahlkreis 183 beim Kampf um das Direktmandat noch deutlich vor der Zweitplatzierten Ulli Nissen (SPD). Doch damals gewann die Bundes-CDU auch die Wahl. Nun liegt sie in Umfragen hinter der SPD. Und der Bundestrend schlägt sich erfahrungsgemäß auf das kommunale Ergebnis nieder. „Diesen Wahlkreis muss man direkt gewinnen“, sagt Wiesmann.

D ie Konkurrenz mit Omid Nouripour (Grüne) und Kaweh Mansoori (SPD) im Wahlkreis ist stark. Der eine profitiert vom Megathema Klimaschutz, der andere vom Bundestrend. Thorsten Lieb (FDP) wird Erststimmen aus dem konservativ-liberalen Lager auf sich ziehen, auch wenn er, falls die FDP über die Fünfprozentmarke kommt, über seinen guten Platz auf der Landesliste in den Bundestag einziehen wird. Wiesmann steht auf Landeslistenplatz acht. Das wird nicht reichen.

A lso wirbt sie auch um Erststimmen von Wählerinnen und Wählern, die normalerweise ihr Kreuz bei Thorsten Lieb machen würden. Falls diese Menschen eine Bildungsexpertin aus Frankfurt mit liberal-bürgerlicher Haltung im Bundestag sehen wollten, sei das die Chance. Der 183er ist übrigens auch der Wahlkreis, im dem Rechtsaußen Erika Steinbach früher für die CDU ihre Erfolge feierte.

B ettina Wiesmann hat eine an Leistung orientierte Karriere gemacht. Geboren vor 54 Jahren in Berlin, legte sie ihr Abitur am Französischen Gymnasium ab, studierte Politikwissenschaften an den Elitehochschulen Sciences Po in Paris und der London School of Economics. Dem Diplom und Master setzte sie einen dritten Abschluss, einen MBA in Pittsburgh, obendrauf. W iesmann spricht drei Sprachen fließend. Sie war in den 1990er Jahren Referentin für Außenpolitik bei der Bundes-CDU, ging 1993 als Unternehmensberaterin zu McKinsey in Frankfurt. In der Lokalpolitik engagierte sich von 2006 bis 2009 im Ortsbeirat 3 (Nordend). Von 2009 bis 2017 war sie Abgeordnete im Hessischen Landtag.

Lieblinge

Lieblingsort im Wahlkreis : Holzhausenpark

Lieblingspolitiker:in aus einer anderen Partei: Boris Palmer

Andere Lieblinge: Nina Simone (Sängerin), Paul Celan (Autor), Meryl Streep ( Schauspielerin). fle

Kurz vor dem Jahreswechsel 2017 gelang ihr ein Coup. Sie setzte sich auf einem CDU-Parteitag in Frankfurt gegen den damaligen Fraktionsvorsitzenden im Römer, Michael zu Löwenstein, als Bundestagskandidatin durch - und gewann den Wahlkreis direkt.

W er sie trifft, erlebt eine Frau, die ihre Argumente problemlos eine Minute, zwei oder fünf Minuten lang vorbringen kann, wenn man sie nicht unterbricht. Man unterbricht sie eher selten, weil sie wie gedruckt spricht.

Der Fernbahntunnel ist ihr wichtig, der Flughafen, das Romantikmuseum, die Paulskirche. Wiesmann ist, wenn man das über eine 54-Jährige sagen kann, einer der talentiertesten Menschen der Frankfurter CDU.

G leichzeitig sagt sie über sich: „Ich bin ein Familienmensch.“ Sie sei als Einzelkind groß geworden und habe sich eine große Familie gewünscht. Vor 23 Jahren kam ihre erste Tochter zur Welt. Drei weitere Töchter folgten, die jüngste vor 14 Jahren. Das ist die Zeit von 1998 bis 2007, als sie beruflich und politisch Karriere machte. Ohne die starke Unterstützung ihres Mannes hätte sie das nicht geschafft, sagt sie. Ihre projektbezogene Arbeit habe sie oft in die Abendstunden oder aufs Wochenende verlegt. A ngesprochen werde sie im Wahlkampf auf den Klimaschutz, und wie die CDU dazu stehe, und auf die Corona-Politik. Beim Klimaschutz sei es ihr wichtig, neben einer CO2-Bepreisung die Wirtschaft nicht abzuwürgen. In der Corona-Politik soll es aus ihrer Sicht keinen weiteren Lockdown im Herbst geben.

D ass der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet in den Umfragen schwächelt, wird auch auf das Ergebnis in Frankfurt abfärben. Wiesmann hätte sich schon früher gewünscht, dass Kanzlerin Merkel offen für Laschet eintritt – wie nun bei der Bundestagsdebatte in dieser Woche.

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