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CDU in Frankfurt: Der Kümmerer gegen die Ideengeberin

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Von: Florian Leclerc

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Beide wollen den CDU-Vorsitz: Bettina Wiesmann (links) und Uwe Becker (rechts). Foto: Michael Schick
Beide wollen den CDU-Vorsitz: Bettina Wiesmann (links) und Uwe Becker (rechts). © Michael Schick

Uwe Becker und Bettina Wiesmann stellen sich erneut dem Wortduell vor CDU-Delegierten.

Die Stimmen sind rauer, die Haltung ist aufrechter geworden seit der ersten Regionalkonferenz vor gut einer Woche. Zum dritten Mal haben sich Bettina Wiesmann und Uwe Becker, die beide den CDU-Vorsitz in Frankfurt übernehmen wollen, den Delegierten vorgestellt, diesmal am Montagabend im Saalbau Südbahnhof. Gut zweieinhalb Stunden präsentierten sie ihre Ideen für die Frankfurter CDU und beantworteten die Fragen der etwa 30 Delegierten.

Bettina Wiesmann stand bei ihrer Rede auf und zeigte sich als Ideengeberin. Nach den „bitteren Wahlniederlagen“ im vergangenen Jahr müsse die CDU wieder mehr als 18 Prozent der Wählerinnen und Wähler erreichen, sonst „bekommen wir keines der sechs Landtagsmandate bei der Landtagswahl im kommenden Jahr“. Intern müsse die CDU die Mitglieder bei inhaltlichen und personellen Entscheidungen stärker beteiligen, etwa durch regelmäßige Befragungen, sagte sie. Kritisch merkte Wiesmann an, dass im Saalbau noch Plätze frei waren, die, statt an Delegierte, auch an einfache Parteimitglieder hätten vergeben werden können.

Delegierte entscheiden bei Parteitag

Neben einer Mitmachpartei müsse die CDU mehr internen Wettbewerb zulassen, sagte sie weiter. Bei der Abstimmung über das Personaltableau für den 22-köpfigen Kreisvorstand, das der Ehrenvorsitzende Udo Corts vorgelegt hatte, habe sie sich als einzige enthalten. „Ich möchte weitere Kandidaturen nicht entmutigen.“

Um in der Stadt Frankfurt wieder als eigene politische Kraft wahrgenommen zu werden, schlug Wiesmann Thesenpapiere zu den wichtigsten Themenfeldern vor – die Grünen im Landtag hätten es vorgemacht. Die verschiedenen Ebenen der Partei müssten sich stärker vernetzen. Nach außen hin müsse die Partei auf „Zukunftsforen“ in die Stadtgesellschaft hineinhorchen, um mitzubekommen, was die Menschen beschäftigt. Gerade die innerstädtischen Quartiere müsse die CDU stärker bearbeiten, sagte die frühere Bundestagsabgeordnete.

Uwe Becker, Europastaatssekretär der hessischen Landesregierung, warb für sich als Kümmerer. „Ich bin hier aufgewachsen und kenne die Stadt aus dem Effeff. Auf der Sossenheimer Kerb fühle ich mich genauso wohl wie beim internationalen Bankenabend oder beim Verband der Chemie. „Ich bin authentisch, ich stehe normalerweise hier“, sagte er, und sprang vom Podest herunter.

Wenn die CDU Wahlen gewinnen wolle, müsse sie nah bei den Leuten sein, führte Becker aus. Das wolle er als Parteivorsitzender forcieren. Auch sollte die CDU ihre Position deutlicher formulieren, etwa zur Energiepolitik und zur Verkehrspolitik.

„Mein Credo ist zuhören und kümmern. Nicht in Vorträgen erklären, wie die Menschen ihr Leben zu leben haben“, sagte er. Die Kreisgeschäftsstelle wolle er kampagnenfähig machen.

Den neuen Kreisvorsitzenden oder die neue Kreisvorsitzende der CDU wählen 280 Delegierte beim Parteitag am 12. März. Die Mittelstandsvereinigung (MIT) und die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA), die beiden Flügel der Partei, haben sich bereits auf die Seite von Becker gestellt. Bei der Jungen Union lag Wiesmann in einer internen Abstimmung vorn.

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