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CDU-Stadtrat und Delegierter Uwe Becker wählte vom heimischen Kellerbüro aus.
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CDU-Stadtrat und Delegierter Uwe Becker wählte vom heimischen Kellerbüro aus.

Vorsitz-Wahl

Appell zur Geschlossenheit

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Die Union in Frankfurt steht geschlossen hinter dem neuen CDU-Bundesvorsitzenden Armin Laschet. Der Wunsch: Die unterlegenen Kandidaten sollen sich weiter im Präsidium einbringen.

Die Bundes-CDU hat mit Armin Laschet einen neuen Vorsitzenden. Für die Frankfurter CDU ist es nun vor allem wichtig, die Reihen zu schließen. „Es geht nicht darum, ob wir mit dem Wahlausgang zufrieden sind oder nicht“, sagt am Samstag etwa Jan Schneider, Frankfurter Stadtrat und CDU-Kreisvorsitzender. Alle drei Kandidaten hätten das Zeug, die Bundesspitze zu führen. Schneider hat einen „fairen Wahlkampf“ erlebt, aus dem keiner der Kandidaten geschädigt hervorgegangen sei. „Wir stehen alle hinter dem neuen Vorsitzenden.“

Auswirkungen auf die Frankfurter Politik sieht Schneider keine. „Wir nehmen als Auftrag mit, auch diejenigen an Bord zu halten, die sich lieber Friedrich Merz als Vorsitzenden gewünscht hätten“, sagt Schneider. Nun gelte es, „geschlossen ins Superwahljahr zu gehen“.

Uwe Becker, Frankfurter Bürgermeister und stellvertretender Kreisvorsitzender, ist „nicht überrascht“ vom Wahlausgang. Laschet habe eine „außerordentlich gute Bewerbungsrede gehalten“, auf einem normalen Präsenzparteitag in einem Saal hätte er die Menschen bestimmt „von den Stühlen gerissen“.

Gleichwohl ist es Becker wichtig, auch die unterlegenen Kandidaten und ihre Anhänger:innen wieder in die Partei zu integrieren. Sie sollten sich wiedereinbringen, wünscht er sich. Friedrich Merz traut er zum Beispiel zu, als potenzieller Finanz- oder Wirtschaftsminister eine wichtige Rolle zu spielen.

Jetzt gehe es in den Kampf mit den politischen Wettbewerber:innen. Bei den Themen habe der Parteitag immerhin einen Fingerzeig gegeben. Becker hat einen technisch modernen und schlüssig in Szene gesetzten digitalen Auftritt gesehen. „Das müssen die anderen Parteien erst einmal so anbringen.“

Auch Uwe Serke, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der CDU-Arbeitsgemeinschaft der Stadtbezirksverbände im Frankfurter Westen, ist „froh, dass der Parteitag stattgefunden hat“ und die weiteren „wichtigen Aufgaben“ wieder in den Vordergrund rücken. Serke hat einfach vor der Wahl schon allen drei Kandidaten sein Vertrauen ausgesprochen. Deren Interpretation der Politik und Werte der CDU, des inhaltlichen Programms unterscheide sich nur in Nuancen.

Über mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl zu sinnieren, sei es noch zu früh. Aber Armin Laschet habe bewiesen, dass er Gespräche mit allen demokratischen Parteien führen könne. Serke lässt nur die Linke und die AfD außen vor. Laschet regiere in Nordrhein-Westfalen „sehr gerne“ mit der FDP, hat Serke beobachtet. „Aber in Hessen haben wir seit sechs Jahren auch eine stabile und gut funktionierende Koalition mit den Grünen.“

„Es ist wichtig, dass wir alle zusammenhalten und zusammenfinden“, sagt auch Susanne Serke, CDU-Ortsvorsteherin im Frankfurts Westen. „Ich wäre auch nicht aus der Partei ausgetreten, wenn Friedrich Merz die Abstimmung gewonnen hätte“, bemerkt sie lakonisch. Nun erwarte sie, dass sich alle drei auch weiter in der Partei einbrächten.

Armin Laschet und Norbert Röttgen haben in ihren Bewerbungsreden betont, dass die Partei weiblicher werden müsse. Bei der Abstimmungen zu den Vizevorsitzenden und weiteren Vorständen hat es gar ein Frauenquorum gegeben. Susanne Serke ist da „hin-und hergerissen“. Natürlich sei es wichtig, dass mehr Frauen mitarbeiteten.

Die Quote sei da sicher nützlich, um das in Gang zu bringen. Aber manchmal sei es auch schwer, genügend Frauen zu finden, „die bereit sind mitzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen“. Serke wünscht sich mehr Frauen, die von sich aus aufstehen und darum kämpfen, dass sie auf die Liste kommen. „Mir wurden bisher nie Steine in den Weg gelegt“, sagt sie.

Einzig Yannick Schwander, Vorsitzender der Jungen Union Rhein-Main, bedauert ganz frank und frei, dass Friedrich Merz nicht das Rennen gemacht hat – der Wirtschaftsexpertise wegen. Das hätte auch dem Wahlkampf gutgetan, findet Schwander. Mit Merz wäre eine klarere Profilierung möglich gewesen, mehr Abtrennung von den anderen Parteien. „Das CDU-pur hätte uns bestimmt gutgetan.“

Aber auch Schwander sagt, dass der innerparteiliche Wahlkampf nun lange genug gedauert habe. „Wir stehen hinter dem neuen Vorsitzenden, das ist, was Union ausmacht.“ Zumal Laschet auch bewiesen habe, dass er in NRW die Teile der Partei gut vereint habe.

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