Bevor die Kandidatenliste steht, rückt der Frankfurter CDU-Chef Jan Schneider erst einmal die Buchstaben zurecht.
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Bevor die Kandidatenliste steht, rückt der Frankfurter CDU-Chef Jan Schneider erst einmal die Buchstaben zurecht.

Politik

CDU Frankfurt wählt ihren Kandidaten im FSV-Stadion

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Frankfurter CDU stellt im FSV-Stadion ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl im März auf - ohne Gegenkandidaten, ohne Widerspruch.

Es war eine kuriose Situation im FSV-Stadion am Bornheimer Hang. Statt Fußballer des Frankfurter Fußballklubs aus der vierten Liga standen am Sonntagnachmittag Männer und Frauen der Frankfurter CDU, die einen orangefarbenen Laufsteg und ein Zelt aufgestellt hatten, auf dem Platz.

Rund 250 Delegierte saßen auf der Tribüne an der frischen Luft mit viel Abstand und wählten die Kandidatinnen und Kandidaten der CDU zur Kommunalwahl am 14. März 2021. Die Liste hatte der sogenannte Sieberausschuss der Partei zuvor ausgeklügelt.

DIe Kandidaten

Die Liste der CDU Frankfurt zur Kommunalwahl am 14. März 2021 besteht aus folgenden Kandidatinnen und Kandidaten auf den ersten 30 Plätzen: 1. Nils Kößler, 2. Stephan Siegler, 3. Christiane Loizides, 4. Sabine Fischer, 5. Martin-Benedikt Schäfer, 6. Christian Becker, 7. Sara Steinhardt, 8. Yannick Schwander, 9. Ulf Homeyer, 10. Claudia Korenke, 11. Frank Nagel, 12. Albrecht Kochsiek, 13. Susanne Serke, 14. Robert Lange, 15. Sybill Meister, 16. Thomas Dürbeck, 17. Sascha Vogel, 18. Verena David, 19. Kevin Bornath, 20. Christoph Schmitt, 21. Carolin Friedrich, 22. Christina Ringer, 23. Leopold Born, 24. Stephan Deusinger, 25. Claudia Erhardt, 26. Anita Akmadza, 27. Inge Cromm, 28. Birgit Weckler, 29. Viktorija Stojak, 30. Esra Kahraman.

Nicht mehr dabei sind: Michael zu Löwenstein, Hildegard Burkert, Nina Teufel, Erika Pfreundschuh, Christiane Schubring, Thomas Kirchner, Martin Daum, Johannes Harsche. (fle)

Auf dem Stadion-Bildschirm wurden die Kandidatinnen und Kandidatinnen einzeln – mit Trikot – präsentiert. Eine einminütige Vorstellung fiel aus Zeitgründen weg. Gewählt wurden alle Kandidatinnen und Kandidaten ohne Widerspruch. Gegenkandidaten gab es nicht. Spitzenkandidat wird der CDU-Fraktionschef Nils Kößler, gewählt mit 98,2 Prozent der Stimmen. Frankfurt müsse eine „sichere Stadt mit genug Arbeitsplätzen und ausreichend sozialen Angeboten“ sein, „das ist unser Credo“, sagte Kößler. Die Kandidatinnen und Kandidaten der CDU sind im Durchschnitt 46 Jahre – elf Jahre jünger als bei der Wahl vor knapp fünf Jahren. Das liegt daran, dass langjährige Stadtverordnete wie der frühere Fraktionsvorsitzende Michael zu Löwenstein oder Hildegard Burkert, Nina Teufel, Christiane Schubring nicht mehr antreten.

Stattdessen sind nun jüngere wie Yannick Schwander, Martin-Benedikt Schäfer oder Leopold Born auf den aussichtsreichen ersten 23 Plätzen zu finden. 23 Stadtverordnete hat die CDU-Fraktion im Römer derzeit. Diese Zahl will sie sogar steigern. Die Frankfurter CDU wolle nicht mit 23, sondern mit „30 oder mehr“ Stadtverordneten in den Römer einziehen, sagte der Frankfurter CDU-Parteichef Jan Schneider. „Die stärkste Kraft in Hessen“ wolle die CDU werden, gab der hessische CDU-Generalsekretär Manfred Pentz aus. Sieben Frauen finden sich unter den Top 20 der Liste. Die erste Kandidatin mit Migrationshintergrund steht auf Platz 26.

Schneider griff in seiner Rede, die er frei halten musste, sein Manuskript war im Winde des FSV-Stadions verweht, Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) an. Die Stadt brauche eine „Führungspersönlichkeit und einen Spitzenmanager“ an ihrer Spitze und nicht jemanden, der Tag für Tag neue Bilder von sich machen lasse, um davon abzulenken, welche Rolle er in der AWO-Affäre gespielt habe. „Man schämt sich für solch einen Oberbürgermeister, das geht allen Hessen so“, sagte Pentz.

Mit ihrer Politik wolle die CDU alle Menschen im Blick haben, sagte Schneider. Bei der Förderung des Radverkehrs dürfe der Wirtschaftsverkehr nicht vergessen werden. „Es kann nicht sein, dass ein Handwerker sagt, ich bringe ihnen die Waschmaschine nicht, denn ich komme nicht mit dem Fahrrad“, sagte er. Frankfurt bestehe nicht nur aus Nordend, Ostend und Bornheim.

In Frankfurt müsse sich jeder eine Wohnung leisten können, sagte Schneider, der den Erwerb von Eigentum fördern will. „Wir haben zu viel für das geförderte Wohnen getan.“ Beim Schulbau sollten nicht nur integrierte und kooperative Gesamtschulen errichtet werden, sondern auch Gymnasien.

Am 29. August gibt es den nächsten Parteitag im FSV-Stadion – dann von der Frankfurter SPD.

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