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Die Frankfurter CDU hat Erfahrung mit einem Parteitag unter Corona-Bedingungen.
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Die Frankfurter CDU hat Erfahrung mit einem Parteitag unter Corona-Bedingungen.

CDU Frankfurt

Laschet kommt etwas besser an

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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  • Pitt v. Bebenburg
    Pitt v. Bebenburg
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Auch die CDU-Delegierten aus Frankfurt wählen am Samstag den Bundesvorsitzenden - bei ihnen schwankt das Stimmungsbild. Die Junge Union liebäugelt mit Merz.

Weder bei der Frankfurter noch bei der hessischen CDU zeichnet sich ein einheitliches Stimmungsbild vor der Wahl des Bundesvorsitzenden ab. Genau 1001 Delegierte können am Samstag ihre Stimme für den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet, den Außenexperten Norbert Röttgen oder den Wirtschaftsfachmann Friedrich Merz abgeben, darunter zwölf Delegierte aus Frankfurt.

Die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann sprach sich für das Team Laschet-Spahn aus. Laschet beweise in Nordrhein-Westfalen, dass er ein großes Land regieren und gesellschaftliche Gruppen zusammenführen könne, sagte sie. „Das traue ich ihm auch in der Volkspartei CDU zu.“ Sein Bündnis mit Jens Spahn personifiziere das. Spahn schlage die Brücke zur nächsten Generation. Der Frankfurter Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker will auch für das Team Laschet-Spahn stimmen. Sie wirkten am besten in alle Bevölkerungsschichten hinein, sagte er. Gleich, wie die Wahl ausgehe, sollten die Unterlegenen im Führungskreis der CDU aktiv bleiben. „Friedrich Merz kann ich mir zum Beispiel sehr gut als Wirtschafts- und Finanzminister vorstellen“, sagte er.

Die Frankfurter Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld gab sich unentschlossen, ob sie ihre Stimme Laschet oder Röttgen geben wird. Das hänge von einer anstehenden Aussprache der CDA-Gruppe ab, sagte sie. Birkenfeld, die auch im Bundesvorstand der Frauenunion aktiv ist, zeigte sich enttäuscht, dass Merz eine Anfrage der Frauenunion nur ausweichend beantwortet habe und die Gleichstellung der Geschlechter in der Partei nur unzureichend vorantreibe. Der Frankfurter CDU-Vorsitzende Jan Schneider, der auch Baudezernent ist, wollte sich nicht auf einen Kandidaten festlegen. „Es sind drei gute Kandidaten“, sagte er. Er warte den Ausgang einer Mitgliederbefragung innerhalb der Frankfurter CDU ab.

Petra Roth für Merz

Bei einer Online-Mitgliederbefragung hatten nur 41 Frankfurter teilgenommen; 22 stimmten für Merz, 11 für Röttgen, 8 für Laschet. Dies ist aber nur ein Bruchteil der knapp 3000 CDU-Mitglieder in Frankfurt. Bis Donnerstag gehen weitere Stimmen bei der Kreisgeschäftsstelle ein.

Zuvor hatte sich die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth gemeinsam mit dem früheren hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch für Merz eingesetzt. Er stehe für ein „durchdachtes und ausformuliertes Zukunftskonzept“; sein „unbestrittener wirtschaftlicher Sachverstand“ könne den Weg „zu einer den Planeten schonenden Marktwirtschaft“ ebnen. Roth ist Delegierte für Frankfurt, Koch für Main-Taunus.

Der hessische Landtagspräsident Boris Rhein sagte, er werde sich die Reden von Merz und Laschet am Samstag anhören und dann entscheiden. Eine Stimme für Röttgen schloss er mit Verweis auf dessen Äußerungen im Zusammenhang mit der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2012 aus. Röttgen hatte den Europakurs der Kanzlerin kritisiert; die CDU verlor die Wahl. Der hessische Finanzminister Michael Boddenberg wollte sich nicht äußern. Weitere Frankfurter Delegierte sind Hans Hermann Reschke, Heinz Riesenhuber, Sara Steinhardt, Bernd Ehinger. Insgesamt stellt die hessische CDU 88 Delegierte.

Am Dienstagabend hatte sich der CDU-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Volker Bouffier, für seinen Amtskollegen Laschet ausgesprochen. Zur Begründung führte er Laschets Erfahrung als Regierungschef, seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit und seine Standhaftigkeit trotz innerparteilicher Niederlagen an.

Doch nicht alle Delegierten aus Hessen folgen ihrem Parteichef. So kündigte die Junge Union Hessen an, dass ihr Vorsitzender Sebastian Sommer und die anderen drei hessischen JU-Delegierten für Friedrich Merz stimmen würden, obwohl unter den eigenen Mitgliedern eine stark wachsende Zustimmung zu Röttgen zu beobachten sei.

Man fühle sich aber an eine Mitgliederbefragung aus dem Herbst gebunden. Unter den 1800 Teilnehmenden der hessischen JU war dabei die Unterstützung für Merz noch stärker gewesen als in dem Jugendverband auf Bundesebene. Rund 60 Prozent hatten sich für ihn ausgesprochen gegenüber 26 Prozent für Röttgen und 14 Prozent für Laschet.

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