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Feier zum Titel „Schule ohne Rassismus“ mit Fredi Bobic.

Auszeichnung

Carl-Schurz-Schule gegen Rassismus aktiv 

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Der Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic unterstützt das Projekt an der Bildungseinrichtung.

Musik und Eintracht-Schlachtrufe schallen am Montag morgen lautstark aus der Carl-Schurz-Schule. Kein Wunder, denn für die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ inklusive Besuch von Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic hat sich die gesamte Schule auf dem Hof versammelt.

Der antirassistische Schülerausschuss der Schule hatte die Teilnahme an dem Projekt organisiert. „Der Titel ist keine Auszeichnung, sondern eine Verpflichtung“, sagt Thea Ortner, Schülerin und Mitglied im antirassistischen Ausschuss. Die Gruppe, in der 30 Schüler und Schülerinnen aktiv sind, versucht, auf Rassismus aufmerksam zu machen und ein gutes Klima in der Schule zu fördern. So hatte der Ausschuss etwa im Herbst 2018 nach den rechtsextremen Unruhen in Chemnitz eine Demonstration mit 60 Schülern auf dem Römerberg organisiert und ermöglichte ein Gespräch zwischen Schülern und Naziaussteigern.

Schulleiter Hans-Ulrich Wyneken, mit Krawatte im EuropaLook, hält die erste Rede. Auf einer Schule mit 67 Nationalitäten gebe es die verschiedensten Religionen – Muslime, Christen, Juden und „die Menschen, die den Fußballgott anbeten“. „An der Stelle wollen wir Eintracht“, fordert Wyneken. Grölender Jubel aus dem Eintrachtblock, der sich in der Mitte des Schulhofs fahneschwenkend aufgestellt hat.

Bericht über Diskriminierung

Zwischen den fröhlichen Eintrachtgesängen wird es aber auch ernst: Neala Patterson, Jüdin und Mitglied im Ausschuss berichtet von Diskriminierung: „Auch wenn es an unserer Schule nicht wirklich bunt ist, gibt es Vorfälle von Rassismus“ sagt die Schülerin. Sie fordert alle auf, sich mehr mit dem Thema auseinanderzusetzen und solidarisch mit den betroffenen Mitschülern und Mitschülerinnen zu sein.

Fredi Bobic, Sportvorstand der Multikultitruppe Eintracht Frankfurt und Sohn einer kroatischen Mutter und eines slowenischen Vaters ist begeistert von der Aktion. Für den prominenten Paten sorgte Schülerin Jana Koutsoliakos. Sie ist die Tochter von Spielerberater Paul Koutsoliakos und stellte den Kontakt über ihren Vater her.

Schulleiter Wyneken ist nicht der Einzige, der sich extra für den Anlass in Schale geworfen hat. Jens Kraiker, Religionslehrer und passionierter Eintrachtfan reißt sich sein Jacket vom Leib und präsentiert stolz sein Eintracht- trikot. Das hatten ihm seine Schüler unterschrieben und geschenkt.

Den Lehrern fällt auf, dass ihre Schüler immer engagierter werden. Sie organisierten die Aktionen selbst, Lehrer begleiteten sie dabei, berichtet Lehrer Christian Lisczyk. Auch die Aktion „Jugend debattiert“ werde wieder belebt, nachdem sie in den letzten Jahren vernachlässigt wordne sei. „Es ist ein sehr politischer Jahrgang, das war in den Jahren zuvor nicht der Fall“. sagt Lisczyk. Zur Landtagswahl in Hessen hatte eine eigene Juniorwahl an der Schule stattgefunden. Von den mehr als 750 wahlberechtigten Schülern gaben fast die Hälfte ihre Stimme den Grünen.

In Frankfurtgibt es sieben Schulen mit dem Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“. Jede Schule  bekommt mit dem Titel einen Paten. In Frankfurt sind das etwa Ex-SGE -Profi Alexander Schur, OB Peter Feldmann oder Meron Mendel, Leiter der Bildungsstätte Anne Frank. Hessenweit  tragen 114 Schulen den Titel des Vereins Aktion Courage, deutschlandweit sind es sogar über 2000 Schulen. Das Projekt ist das größte Schulnetzwerk Deutschlands und existiert seit dem Jahr 1995. Koordinierungsstellen gibt es in ganz Europa, heißt es vom Trägerverein. 

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