+
Am 30. November ist die letzte Cocoon-Club Party.

Cocoon-Club

Verhandlungen mit neuen Investoren

Drei Investoren sind angeblich an den Räumen des insolventen Cocoon Clubs in Fechenheim interessiert. Wer den neuen Mietvertrag bekommt, und mit welchem Konzept der Club wiedereröffnet wird, ist noch unklar.

Von Grete Götze

Ardi Goldman hat „drei ernstzunehmende Interessenten“ für das Gebäude in der Carl Benz Straße 21. Dort befindet sich zur Zeit noch der Techno-Club Cocoon, der im September Insolvenz angemeldet hat. Mit einem dieser Interessenten gebe es bereits eine gegenseitige Absichtserklärung, sagte der Immobilien-Investor am Montag der FR. Außerdem bestätigte er, dass sich die A-Diskokette, welche in Frankfurt die Diskothek A66 an der Mainzer Landstraße betreibt, für die Räume in Fechenheim interessiert hat. Sie käme als neuer Mieter aber nicht infrage.

Goldman will innerhalb der nächsten drei Wochen entschieden haben, wer den neuen Mietvertrag unterschreibt und im Februar oder März 2013 die Pforten des Clubs wieder öffnen. Wäre das nicht der Fall, sähe er sich mit einem enormen Mietausfall konfrontiert. Derzeit würden tragfähige Konzepte für einen neuen Club geprüft.

Frank Mößle, der Insolvenzverwalter der CocoonClub GmbH & Co. KG sah zuletzt kein tragfähiges betriebswirtschaftliches Modell, mit dem die Diskothek langfristig Gewinne hätte erwirtschaften können. Damit sich das Geschäft im 3300 Quadratmeter großen Gebäude rentiert, bedürfte es mindestens 2000 Besuchern pro Abend, so die Rechnung. Damit sich der Mythos eines Szene-Clubs aufrecht erhalten erhalten lässt, ist es aber Partymachern zufolge unerlässlich, etliche Gäste an der Tür abzuweisen.

Insolvenzverfahren wird im Dezember eröffnet

In jüngster Zeit war der Cocoon Club aber nur selten voll, er schrieb seit Jahren hohe Verluste. Zuletzt war mit dem Ausbruch der Finanzkrise das Eventgeschäft der Diskothek eingebrochen, deren Räume Firmen mieten konnten.

Die derzeit 81 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit erhalten ungeachtet der möglichen Interessenten zum Monatsende ihre Kündigung. Im Dezember wird das Insolvenzverfahren eröffnet. Dann können die Gläubiger ihre Forderungen stellen, wobei in der Regel nur drei bis fünf Prozent des ausstehenden Geldes an Gläubiger ausbezahlt werden.

Die Musikanlage, die speziell auf die Räume des Clubs zugeschnitten wurde, gehört nicht der insolventen Gesellschaft. Wahrscheinlich müsste der neue Betreiber sie dem jetzigen Besitzer abkaufen.

Dass der neue Interessent den Namen Cocoon Club beibehält, ist unwahrscheinlich, da er fest mit dem Image des 2004 von Musiker und DJ Sven Väth mitbegründeten Clubs verknüpft ist. Wer das Recht auf den Namen hat, ist ohnehin schwer auszumachen, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Mößle. Derzeit werde noch geprüft, wer die Rechte habe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare