+
Er kämpft für sein Haus, die Caricatura: Achim Frenz.

Kommentar

Frankfurt: Die Caricatura ist Stoff für eine Satire

  • schließen

Die Kommunalpolitiker müssten nur verstehen, dass am Ende die Stadt gewinnt, wenn sie der Kreativität freien Lauf lässt.

Am Ende könnte sich der Kreis schließen. Das jahrelange Gerangel um die Zukunft des Museums für Komische Kunst könnte selbst zum Gegenstand einer schönen Ausstellung in der Frankfurter Caricatura werden.

Die Wirklichkeit in Frankfurt jedenfalls bietet Stoff genug für eine Satire. Da sind die Politiker der Kulturstadt, die sich gerne international und weltoffen geben. Die aber dann doch, wenn es konkret wird, mit dem Schmuddelkind des Museumsufers, der Caricatura, nicht viel zu tun haben wollen. Schräge Sachen werden dort gezeigt, manche bitterböse und voller Spott auf die bürgerliche Gesellschaft. Manche Kommunalpolitiker fassen so etwas nur mit ganz spitzen Fingern an.

Wunderbare Charakterrollen gibt es in dieser Geschichte. Da ist der Historiker Jan Gerchow, langjähriger Direktor des Historischen Museums. Ganz humorlos verteidigt der schlicht die ihm einmal vom Magistrat verliehene Kompetenz, auch über die Abteilung Komische Kunst zu bestimmen. Das geht so weit, dass er seinem Untergebenen verbietet, mit den Medien zu kommunizieren.

Da ist als Widerpart der kreative Sponti Achim Frenz, der sein Leben der Komischen Kunst gewidmet hat und ein Liebling der Künstler ist. Und der mit einer großen Kraftanstrengung das Museum zu einer Geltung weit über Frankfurt hinaus geführt hat.

Die Kommunalpolitiker müssten jetzt nur verstehen, dass am Ende die Stadt gewinnt, wenn sie der Kreativität freien Lauf lässt. Wenn sie also der Caricatura ihre Selbstständigkeit gibt. Und mit ein wenig mehr Geld und Personal ausstattet, damit das Museum international glänzen kann. Und noch mehr als bisher zu einem kulturellen Botschafter Frankfurts wird.

Die Vorstellungen, die Frenz im Gespräch mit der FR zum Ausbau des Hauses und seiner Sammlung geäußert hat, sind sinnvoll und keineswegs überzogen. Man muss jetzt hoffen, dass im Laufe der nächsten Monate doch noch Einsicht einkehrt bei den Kommunalpolitikern.

Geschieht das nicht, dann muss eben die Satire geschrieben werden. Damit alle über Frankfurt lachen können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare