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Die aktuelle Ausstellung in der Caricatura zeigt Cartoons von Zeichner Elias Hauck (rechts) und Texter Dominik Bauer.

Kultur

Caricatura erhält Hessischen Kulturpreis

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Das Caricatura in Frankfurt und Kassel erhalten den Hessischen Kulturpreis. Volker Bouffier spricht von einer „Talentschmiede für die satirische Bildkunst“.

Anruf bei Achim Frenz, dem Leiter des Caricatura-Museums in Frankfurt. Ob er sich über den Hessischen Kulturpreis freue? „Wir sind sehr zufrieden“, sagte er, sein Team einbeziehend. „Mehr als 30 Jahre harte Arbeit werden belohnt.“

Am Mittwoch gaben der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn (Grüne), die diesjährigen Preisträger bekannt. Es sind das Caricatura-Museum für Komische Kunst in Frankfurt und die Caricatura-Galerie für Komische Kunst in Kassel. Der Preis ist mit 45 000 Euro dotiert. Aufgrund der Pandemie wird er im nächsten Jahr verliehen.

Seit 2000 gibt es das Caricatura-Museum in Frankfurt, zunächst in den Räumen des Historischen Museums Frankfurt, seit 2008 im historischen Leinwandhaus am Weckmarkt. Die Anfänge reichen ins Jahr 1987 zurück. Damals zeigte die Caricatura begleitend zur documenta Werke der Komischen Kunst. Seit 1995 veranstaltet die Caricatura-Galerie im Kulturbahnhof Kassel jährlich mehrere Ausstellungen. Die Caricatura-Agentur vermittelt von Kassel aus Ausstellungen für Museen und Ausstellungshäuser. Bisher wurden mehr als 300 Ausstellungen in 120 Städten in Deutschland, Europa, Indien und Mittelamerika gezeigt.

Der Hessische Kulturpreis wird seit 1982 jährlich vergeben. Preisträger sind unter anderem der Regisseur Volker Schlöndorff (1987), der Philosoph Jürgen Habermas (1999), der Schriftsteller Florian Illies (2003) und die Frankfurter Architektin Andrea Wandel und der Architekt Wolfgang Lorch (2019).

„Talentschmiede für die satirische Bildkunst“

Bouffier bezeichnete die Caricatura als „Talentschmiede für die satirische Bildkunst“. Gerade in den vergangenen Jahren habe die Karikatur Auseinandersetzungen, Gewalt und Terror gegenübergestanden, weil Satire und Sarkasmus aus „religiösen oder kulturellen Gründen nicht erkannt, missinterpretiert oder als entehrend wahrgenommen“ worden seien, sagte er. Dabei sei die Karikatur eines der „Sinnbilder der Meinungsfreiheit, um der Welt fehlerhaftes Handeln und vermeintliche Schwächen“ aufzuzeigen.

Glückwünsche kamen von der Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). „Mit seinen einzigartigen Ausstellungen unterstreicht das Caricatura-Museum die Relevanz politischer Karikaturen, der Komik und Satire für unsere demokratische Gesellschaft.“ Es präsentiere Künstlerinnen und Künstler, deren Werk der kritischen Öffentlichkeit gelte.

In Frankfurt zeigt das Caricatura-Museum in seiner Dauerausstellung die Werke von F. W. Bernstein, Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter. Die fünf Zeichner bilden zusammen mit den Autoren Bernd Eilert, Eckhard Henscheid und Peter Knorr die Neue Frankfurter Schule rund um die Satiremagazine „Pardon“ und „Titanic“.

Die Sammlung besteht aus mehr als 7000 Originalen und über 4000 Zeichnungen weiterer Karikaturist:innen, darunter Felix Mussil, Marie Marcks, Ernst Kahl und Ralf König. „Die Stadt muss den Stellenwert des Museums nun anerkennen und zwei neue Stellen in der Verwaltung schaffen“, forderte Nico Wehnemann (Die Partei).

Was er mit dem Preisgeld anfangen wolle, wisse er noch nicht, sagte Frenz. Wenn er sich etwas wünsche, dann, dass die Werke im Caricatura-Museum wissenschaftlich erforscht würden. „Mittelfristig wäre es schön, eine Akademie der Komischen Kunst in Frankfurt zu etablieren“, sagte er.

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