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Grün, Rot, Rot nebeneinander: Straßenwahlkampf auf dem Merianplatz an der Berger Straße im Frankfurter Nordend. Foto: Michael Schick
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Grün, Rot, Rot nebeneinander: Straßenwahlkampf auf dem Merianplatz an der Berger Straße im Frankfurter Nordend.

Frankfurt am Main

Bundestagswahl 2021 in Frankfurt: Straßenwahlkampf startet in heiße Phase

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Die Koalitionsfrage prägt den Straßenwahlkampf in Frankfurt zwei Wochen vor der Bundestagswahl.

Frankfurt am Main - Der Merianplatz ist Rot-Rot-Grün. Zumindest an diesem späten Samstagmorgen. Die Wahlkampfstände von Linke, SPD und Grünen fast direkt nebeneinander an der U-Bahn-Station im Südosten des Frankfurter Nordends. Von CDU und FDP ist nichts zu sehen.

Für Michael Müller, der für die Linke um Stimmen bei der Bundestagswahl 2021 wirbt, ist die räumliche Nähe der Parteien auf dem Merianplatz durchaus symbolträchtig. Das Nordend sei progressiv. Und er spüre am Infostand einen klaren Wunsch nach Veränderung. Viele sagten, sie hätten schon nach der Kommunalwahl in Frankfurt auf ein Linksbündnis gehofft, sagt der Fraktionschef seiner Partei im Römer.

Viele in Frankfurt haben zwei Wochen vor der Bundestagwahl 2021 schon abgestimmt

Für die Linke sieht es in den Umfragen schlecht aus. Zwei Wochen vor der Wahl liegt die Partei bei sechs Prozent. Müller, der im Nordend wohnt, traut dem nicht ganz. Vielleicht sei der Wahlkampf aber auch jetzt erst richtig angekommen bei den Leuten. Nun gelte es, am Stand und an Haustüren „Gespräche, Gespräche, Gespräche“ zu führen.

Vieles ist ganz anders als vor der Kommunalwahl. Anfang des Jahres hatten die Parteien wegen Pandemie und Lockdown kaum auf der Straße für sich werben können. Nun läuft der Wahlkampf fast wie in der Zeit vor Corona. Doch eines hat sich sehr verändert. Der Briefwahlanteil könnte diesmal mindestens doppelt so hoch liegen wie bei der Bundestagswahl 2017. Für die Menschen, die noch um Stimmen für ihre Partei kämpfen, ist das nicht ideal.

Wahl in Frankfurt

Rund 427 500 Frankfurterinnen und Frankfurter können am 26. September bei der Bundestagswahl ihre Stimme abgeben. Das sind nach Angaben der Stadt etwa 6000 mehr als vor vier Jahren.

Der Briefwahlanteil wird so hoch wie nie sein. Schon jetzt sind mehr als 149 000 Briefwahlunterlagen beantragt worden, doppelt so viele wie zum selben Zeitpunkt vor der Bundestagswahl 2017. Die Stadt hatte mit der enormen Nachfrage gerechnet und die Zahl der Briefwahlbezirke um 59 erhöht.

Briefwahlunterlagen sollten, wie die Stadt rät, spätestens bis 15. September beantragt werden. Sonst könnte die Zeit für den Versand und den Rücklauf zu knapp werden.

Mehr zur Bundestagswahl und zur Briefwahlmöglichkeit hat die Stadt unter www.frankfurt.de/wahlen zusammengestellt. (cm)

„Viele sagen, sie haben schon gewählt“, sagt Alexandra Ortmann, die am späten Vormittag am SPD-Infostand am Merianplatz steht. Sie ermuntere diese dann, andere von der SPD zu überzeugen. Für die Sozialdemokraten sieht es dieser Tage sehr gut aus. Und das motiviert, gibt Ortmann zu. Gelaufen sei die Wahl aber mitnichten. „Wir wollen gut gelaunt bis zum letzten Tag um jede Stimme kämpfen“, sagt die Vize-Vorsitzende der SPD Nordend II.

Die Jungen Liberalen werben an der Hauptwache um Stimmen für die FDP.

Die Grünen sind sehr präsent in Frankfurt vor der Bundestagswahl 2021

Eine Frau fragt nach einem Kurz-Programm der Sozialdemokraten, ein Mann nach Kugelschreibern. Die hat die SPD nicht dabei, Ortmann bietet ein Lineal. Bei den Grünen nebenan gibt’s Äpfel, Windräder und ein Städte-Quartett. In ihrer Hochburg sind sie sehr präsent vor der Wahl. Zwei Infostände haben sie allein im Nordend aufgebaut, vergangenen Samstag waren es sogar drei. „Wir haben viele neue Mitglieder“, sagt Robert Jänicke, der für die Grünen in den Ortsbeirat 3 nachrücken wird. Die Partei hat gute Chancen, den östlichen Wahlkreis 183 erstmals zu gewinnen. Dort tritt Omid Nouripour zum vierten Mal an. Zum Thema Afghanistan war er zuletzt ständig im Fernsehen zu sehen. Manche seien dann positiv überrascht, wenn sie erfahren, dass er Frankfurter Bub sei, sagt Jänicke.

Am FDP-Stand in der Freßgass ist Corona ein großes Thema. Immer wieder werde zudem die Koalitionsfrage gestellt, heißt es, etwa nach der Option einer Ampel. Eine klare Präferenz äußert Isabel Schnitzler, die an den Verhandlungen für die Koalition ihrer Partei mit Grünen, SPD und Volt im Römer beteiligt war, nicht. Ziel sei, am 26. September ein Ergebnis zu erzielen, das so gut sei, dass an der FDP, als einer Partei, die die Freiheitsrechte hochhalte, kein Weg vorbeigehe, sagt die neue Stadtverordnete lieber.

CDU-Wahlkampf an der Frankfurter Hauptwache. Hier ein Flyer für Direktkandidat Axel Kaufmann.

Bundestagswahl 2021: Plakate von Armin Laschet muss man in Frankfurt suchen

Als die CDU kurz vor 14 Uhr ihr Zelt an der Hauptwache aufbaut, fängt es an, wie verrückt zu schütten. Die Männer und Frauen, die in der City um Stimmen werben wollen, drängen sich unter dem kleinen Zelt. Die erfolgsverwöhnte Partei, die in Frankfurt zuletzt dreimal hintereinander beide Direktmandate für den Bundestag gewann, muss kämpfen wie selten. Die Umfragewerte sind miserabel, liegen auf historischen Tiefständen. Kanzlerkandidat Armin Laschet kommt offenbar nicht gut an.

Gefühlt überall in Frankfurt ist SPD-Kandidat Olaf Scholz zu sehen. Laschet-Plakate muss man suchen. „Wir setzen eben mehr auf Inhalte“, sagt Ann-Kristin Müller, Kreisgeschäftsführerin der CDU. Die Umfragewerte will sie nicht überbewertet wissen. An den Ständen sei die Stimmung eigentlich sehr gut. Gleichzeitig macht Müller klar, dass es nun gelte, „volle Kanne“ Wahlkampf zu machen. „Wir müssen jetzt Gas geben.“ (Christoph Manus)

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