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Bundestagswahl: Frankfurter SPD sieht sich sehr gestärkt

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Von: Christoph Manus

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Die Frankfurter Sozialdemokraten Armand Zorn und Kaweh Mansoori (von links) haben den Sprung in den Bundestag geschafft. Hier bei der Wahlparty der Frankfurter SPD in der Bar Moloko.
Die Frankfurter Sozialdemokraten Armand Zorn und Kaweh Mansoori (von links) haben den Sprung in den Bundestag geschafft. Hier bei der Wahlparty der Frankfurter SPD in der Bar Moloko. © Renate Hoyer

Der SPD-Unterbezirk Frankfurt stellt erstmals seit langem zwei Bundestagsabgeordnete. Parteichef Mike Josef verspricht sich einiges von Kaweh Mansoori und Armand Zorn

Am Tag nach der Bundestagswahl ist der Frankfurter SPD-Chef Mike Josef fast noch besser gelaunt als in der Nacht zuvor. Denn inzwischen ist klar, dass die Frankfurter Sozialdemokraten erstmals seit vielen Jahren mit zwei Abgeordneten im Bundestag vertreten sein werden. Außer Armand Zorn, der den Wahlkreis 182 gewann, hat es Kaweh Mansoori über die Landesliste geschafft – und das sehr knapp. Wegen der vielen Direktmandate, die seine Partei diesmal eroberte, zieht der Rechtsanwalt, der auf Platz drei stand, als einziger hessischer SPD-Politiker über die Liste ein.

Für den SPD-Unterbezirk sei das strukturell und inhaltlich eine „große Geschichte“, sagt Josef im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Mansoori und Zorn hätten einen „Weltklasse-Wahlkampf“ gemacht und würden Frankfurt nun mit Frische und Dynamik vertreten. Dabei stünden die beiden 33-Jährigen auch mit ihren Biografien für vieles, was Frankfurt und die SPD ausmache. „Sie sind gute Aushängeschilder.“

Frankfurter SPD-Chef Josef sieht klaren Regierungsauftrag seiner Partei

Zuversichtlich und selbstbewusst blickt Josef auch auf die Regierungsbildung in Berlin. Die Koalitionsmöglichkeiten sind sehr begrenzt. Rot-Grün-Rot ist nicht möglich, eine große Koalition will so gut wie niemand mehr. Josef formuliert es positiv: Die SPD habe nun die Chance, gemeinsam mit Grünen und FDP das Land nach vorne zu bringen. Als stärkste Fraktion im Bundestag habe sie einen klaren Regierungsauftrag.

Dass auch die Union trotz massiver Verluste diesen für sich beansprucht, nennt der Frankfurter SPD-Chef befremdlich. Es habe schließlich bei der Wahl zwei große Gewinner:innen gegeben, die SPD und die Grünen – und eine klare Verliererin: die Union.

Frankfurter SPD-Chef Josef hält eine Ampel für eine gute Option

SPD und Grüne sind sich in vielen Themen sehr nah, mit der FDP haben beide deutlich weniger Schnittmengen. Josef hält eine Ampel dennoch für eine gute Option. Mit der FDP könne man etwa die Wirtschaftskraft des Landes stärken, etwas für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie tun, sagt er.

Selbst in der Wohnungspolitik, wo die Positionen extrem weit auseinander sind, sieht der Frankfurter Planungsdezernent die Chance für Kompromisse. Und verweist auf den Koalitionsvertrag im Frankfurter Römer, auf den sich Grüne, SPD, FDP und Volt im Frühjahr verständigt haben.

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