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Diese Drohne stört keinen Flugbetrieb und wird zur Tierbeobachtung genutzt.

Frankfurter Flughafen

Bundespolizei rüstet sich gegen Drohnen

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In diesem Jahr gab es am Frankfurter Flughafen schon neun Behinderungen durch unbemannte Flugobjekte.

Nach dem Zwischenfall mit einer Drohne am Frankfurter Flughafen hat die Bundespolizei entsprechende Maßnahmen ergriffen. „Wir sind jetzt anders vorbereitet“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Flughafen am Mittwoch. Nähere Details wollte er aus polizeitaktischen Gründen nicht nennen.

Am vergangenen Donnerstagmorgen hatten mehrere Piloten kurz vor dem Start eine Drohne im Bereich einer der Startbahnen gesichtet. Nach entsprechenden Hinweisen verfügte die Deutsche Flugsicherung ein Start- und Landeverbot mit weitreichenden Folgen. Obwohl der Betrieb nur für knapp eine Stunde stillstand, mussten mehr als 150 Flüge annulliert werden, dazu kamen 43 Umleitungen von Maschinen an andere Flughäfen. Bereits am Freitag ereignete sich ein weiterer Vorfall, diesmal mit geringeren Auswirkungen, da nur eine Landebahn kurz gesperrt werden musste. Mit den beiden Vorfällen aus der vergangenen Woche gab es somit in diesem Jahr schon neun Fälle, in denen der Flugbetrieb in Frankfurt durch Drohnen gefährdet wurde. Bundesweit gab es laut Deutscher Flugsicherung im laufenden Jahr schon 36 Vorfälle. Noch 2015 hatte die Zahl im gesamten Jahr bei 14 gelegen, im vergangenen Jahr bei 158, 31 davon am Frankfurter Flughafen.

Die Abwehr solcher Drohnen, die für Flugzeuge eine ernsthafte Gefahr darstellen können, ist wegen der dynamischen Situation nicht einfach. Außerhalb des Flughafengeländes ist die Landespolizei zuständig, innerhalb des Flughafengeländes die Bundespolizei. Die Zuständigkeit kann also während eines Drohnenflugs wechseln und macht eine umfassende Zusammenarbeit der Behörden erforderlich.

Das Eindringen in den Luftraum eines Flughafens ist strengstens verboten und kann als gefährlicher Eingriff in den Flugverkehr mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden. Einige Drohnenhersteller sind daher dazu übergegangen, ihre Drohnen mittels dem sogenannten Geo-Fencing gleich so zu programmieren, dass sie nicht in den Luftraum eines Flughafens gesteuert werden können. Versehentliche Irrflüge können damit vermieden werden, nicht aber solche, bei denen der Bediener der Drohne sein Flugobjekt absichtlich in die riskante Zone steuert.

Viele Unternehmen bieten mittlerweile eine Drohnenabwehr mittels Störsendern an. Diese Jammer (engl. Störsender) haben aber den Nachteil, dass sie womöglich auch Funkfrequenzen stören, auf denen der Tower mit Flugzeugen kommuniziert. Welchen Schaden solche Jammer an einem Großflughafen anrichten könnten, ist bislang nicht belegt.

Die Deutsche Flugsicherung arbeitet seit geraumer Zeit an einem Projekt, mit dem Drohnen über das Mobilfunknetz auf Bildschirmen sichtbar gemacht werden können. Diese Drohnen sollen dann in das ohnehin schon bestehende Lagebild der Fluglotsen eingespeist werden. Das Projekt „Connected Drones“ soll Ende des Monats der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Allerdings können damit bislang nur sogenannte kooperative Drohnen geortet werden, also solche, deren Besitzer sich auch an die Gesetze halten.

Die Ermittlungen zu dem Vorfall vom Donnerstag hat die Polizeidirektion am Flughafen übernommen. Die Ermittlungen liefen noch, brauchbare Hinweise gebe es bislang keine, sagte eine Polizeisprecherin.

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