Bahnhofsviertel

Platz für die Polizei

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
    schließen

Die Deutsche Bahn stellt einen Raum in der B-Ebene des Hauptbahnhofs der Polizei zur Verfügung.

Die Einrichtung ist äußerst spartanisch: ein Tisch und zwei Stühle, mehr befindet sich nicht in dem Raum, in der B-Ebene des Hauptbahnhofs, den die Polizei seit kurzem nutzt. Es gehe eben eher um die Funktionalität, sagt Ralf Ströher, Sprecher der Bundespolizei am Hauptbahnhof. Und nutzen würden seine Kollegen das neue Domizil durchaus.

Seit wenigen Tagen ist der Raum am Aufgang zum Kaisersack in Betrieb. Die Deutsche Bahn AG, die ihn zuvor als Lager genutzt hatte, hat ihn der Polizei zur Verfügung gestellt. Zuvorderst der Bundespolizei, die originär für das Geschehen in der B-Ebene zuständig ist. Aber auch die Landespolizei, die seit dem Spätherbst die Zahl ihrer Beamten am Bahnhof deutlich erhöht hat, und auch die Stadtpolizei dürfen ihn nutzen.

In dem Raum werden Verdächtige durchsucht oder befragt. Das sei dort für alle Beteiligten wesentlich angenehmer als im Trubel der B-Ebene, sagt Ströher. Zumal es auch immer wieder zu sogenannten Solidarisierungsaktionen komme. Umstehende kommentierten die Polizeieinsätze kritisch oder gingen gar gegen die Beamten vor, um dem Verdächtigen zu helfen. Derart prekäre Situation sollen nun der Vergangenheit angehören.

Kein Interesse an Wache

Nachdem sich die Drogenszene im vergangenen Jahr massiv in die B-Ebene verlagert hatte und sich Beschwerden von Reisenden häuften, war die Bahn auf die Bundespolizei zugegangen. Das Unternehmen bot den Beamten an, in der B-Ebene eine Wache einzurichten. Doch die Polizisten, die auf der Nordseite des Bahnhofs stationiert sind, winkten ab. Eine Wache müsse ständig besetzt sein und binde damit Personal, das als Fußstreifen eingesetzt werden soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare