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Der neue Präsident der Bundespolizeiinspektion Frankfurt, Rocco Stein.

Polizei

Der neue Chef der Frankfurter Bundespolizisten

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Rocco Stein löst Jürgen Geißler als Chef der Bundespolizeiinspektion Frankfurt ab und verspricht mehr Sicherheit

Die rund 300 Bundespolizisten der Inspektion Frankfurt bekommen einen neuen Chef. Rocco Stein löst den bisherigen Leiter der Dienststelle, Jürgen Geißler, ab. Die Verabschiedung des alten und Amtseinführung des neuen Dienststellenleiters ging am Montag in feierlichem Rahmen im Haus am Dom über die Bühne.

Feierlich war es dabei vor allem Geißler zumute. Er geht nach mehr als 44 Jahren Dienstzeit in den Ruhestand. Der 61-Jährige hatte seinen Job von der Pike auf gelernt und einst als Güterabfertiger in Marburg angefangen. Im Laufe seiner Karriere hatte es Geißler mehrfach nach Frankfurt verschlagen. Seine fast 17-jährige Tätigkeit „im Großraum Frankfurt“ bezeichnete er als „prägend“.

Sein direkter Vorgesetzter, der Präsident der übergeordneten Bundespolizeidirektion Koblenz, Joachim Moritz, bezeichnete Geißler in seiner Abschiedsrede als „Tausendsassa“, der über die Deutsche Bundesbahn und die Bahnpolizei zur heutigen Bundespolizei gekommen war und nebenher noch Zeit für die Tätigkeit als ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht fand.

In seiner Rede ließ Moritz nicht unerwähnt, dass Geißlers Nachfolger mit einer besseren Personalausstattung rechnen kann. So sollen von den 110 Bundespolizisten, die Anfang März neu zur Bundespolizeidirektion Koblenz kommen, gleich 60 ins Rhein-Main-Gebiet versetzt werden. 36 davon erhält die Bundespolizeiinspektion in Frankfurt. Stein versprach, dass die zusätzlichen Beamten für die Bevölkerung sichtbar werden sollen. „Wir werden die polizeiliche Präsenz im Einsatzraum und in Zügen erhöhen“, so Stein. Die Menschen sollten nicht nur „sicher sein, sondern sich auch sicher fühlen“, versprach Stein weiter.

Einer der Festgäste dürfte das besonders gerne gehört haben. Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill hatte in den vergangenen Monaten indirekt immer wieder anklingen lassen, dass er sich bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität rund um den Hauptbahnhof mehr Unterstützung durch die Bundespolizei wünsche. In seinem Grußwort am Montag warb Bereswill für eine enge Zusammenarbeit zwischen Landespolizei und Bundespolizei. Stein wiederum bekannte nach dem Grußwort in Richtung Bereswill: „Ich habe genau zugehört.“

Der fünffache Familienvater ist auch schon ziemlich herumgekommen in seiner Karriere. Sein neuer Chef Moritz bezeichnete Stein als „Mann der Basis“. Der gebürtige Schweriner hat schon Stationen in Lörrach, Stuttgart, Fuldatal und Potsdam hinter sich. Dort, im Bundespolizeipräsidium, war er als stellvertretender Leiter eines Referats für den bundesweiten Ausbau der Videotechnik an Bahnhöfen zuständig. Eine Tätigkeit, die ihm im Rahmen des geplanten Umbaus im Hauptbahnhof inklusive der B-Ebene sicherlich zugute kommen dürfte. Stein ließ schon durchblicken, dass er sich in den vergangenen Tagen bereits mit dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Hessen, Klaus Vornhusen, ausgetauscht habe.

Der 51-Jährige bedankte sich auch artig für seine neue Aufgabe und bezeichnete es als „große Ehre, dass mir eine so exponierte Dienststelle anvertraut wird.“ Sorge bereite ihm die zunehmende Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung. Immer mehr Reisende seien zudem bewaffnet. „Waffen gehören nicht in öffentliche Verkehrsmittel“, betonte Stein, der sich nun auch um die neuen Beamten kümmern will: „Wir werden uns gut auf die Ankunft der neuen Kollegen vorbereiten.“

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