+
Die Großrazzia geht bei der Deutschen Bank weiter, hier die Zentrale im Frankfurter Bankenviertel.

Verdacht der Geldwäsche

Großrazzia bei Deutscher Bank geht weiter

Die Großrazzia bei der Deutschen Bank geht weiter. Die Aktie des Geldhauses rutscht wegen der Ermittlungen in den Keller.

Die Durchsuchungen bei der Deutschen Bank wegen des Verdachts auf Geldwäsche dauern an. Die Razzia sei am Freitag fortgesetzt worden, um weiteres Material zu sichten, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Es gebe umfangreiche Unterlagen auch zu bislang unbekannten Verdächtigen.

Bereits am Donnerstag hatten rund 170 Beamte der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamts, der Steuerfahndung und der Bundespolizei unter anderem die Zentrale des Geldhauses durchsucht und dabei auch Vorstandsbüros ins Visier genommen. Es besteht der Verdacht, dass Mitarbeiter des Konzerns Kunden halfen, sogenannte Off-Shore-Gesellschaften in Steuerparadiesen zu gründen und Gelder aus Straftaten zu waschen. Insgesamt durchsuchten die
Ermittler sechs Objekte: Geschäftsräume der Bank in Frankfurt und Eschborn sowie eine Privatwohnung im südhessischen Groß-Umstadt.

Die Nachricht hatte den Aktienkurs der Deutschen Bank am Donnerstag unmittelbar auf Talfahrt geschickt: Gegen zehn Uhr vormittags sickerte in den Räumen der Aktienhändler durch, dass ein Großaufgebot der Polizei die Deutsche Bank durchsucht. Wenige Minuten nach zehn teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt dann auch offiziell mit, dass 170 Beamte der Staatsanwaltschaft, des Bundeskriminalamtes, der Steuerfahndung und der Bundespolizei sechs Gebäude des größten deutschen Geldhauses durchsuchen. Alleine vor der Zentrale in Frankfurt, den markanten Doppeltürmen, fuhren mindestens zehn Mannschaftsbusse der Polizei vor. Die Aktie rauschte binnen weniger Minuten um fast fünf Prozent in den Keller auf 8,25 Euro.

Die Ermittlungen richten sich nach Angaben von Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, gegen zwei 50 und 46 Jahre alten Mitarbeiter der Deutschen Bank sowie gegen bislang nicht identifizierte Verantwortliche des Unternehmens. Nach einer Auswertung des beim Bundeskriminalamtes vorliegenden Datenbestandes der sogenannten „Offshore-Leaks“ und „Panama Papers“ habe sich der Verdacht ergeben, dass die Deutsche Bank AG Kunden bei der Gründung von sogenannten „Offshore-Gesellschaften“ in Steuerparadiesen behilflich gewesen sei und dabei Gelder aus Straftaten auf Konten der Deutsche Bank AG transferiert worden seien, ohne dass die Bank Geldwäscheverdachtsanzeigen erstattet habe. Über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln sollen allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein. (FR/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare