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Wolfgang Stadler ist Bundesvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt und fordert eine umfassende Aufklärung der Vorwürfe gegenüber den Ortsverbänden.

Prüfer

Bundes-AWO-Spitze greift ein

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AWO-Vorsitzender Wolfgang Stadler schickt Prüfer nach Frankfurt.

Herr Stadler, Präsidium und Beirat der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt haben die Aufforderung des Bundesverbands abgelehnt, dass die AWO-Spitze ihre Ämter ruhen lassen solle. Wie wird der Bundesvorstand jetzt weiter vorgehen?

Wir bedauern diesen Entschluss, setzen unsere Prüfung jedoch weiter fort und werden Einsichtnahme in sämtliche Vorgänge vor Ort nehmen.

Ist es richtig, dass der Bundesvorstand kein Durchgriffsrecht gegenüber den Kreisverbänden besitzt?

Grundsätzlich ist jede AWO-Gliederung eine eigenständige Körperschaft. Gemäß unseres AWO-Verbandsstatuts ist die jeweils übergeordnete Gliederung, in dem Fall der Bezirksverband Hessen-Süd, für die Aufsicht zuständig. Aufgrund unserer besonderen Stellung als Zentralstelle zur Weiterleitung von Zuwendungen können wir nur in diesem Rahmen tätig werden. Verstößen begegnen wir mit allen verbandsinternen, verbandspolitischen und rechtlichen Maßnahmen, die uns zur Verfügung stehen.

Es war davon die Rede, dass der Bundesvorstand eine Person nach Frankfurt entsendet, die kommissarisch die Amtsgeschäfte führt?

Dies ist nicht der Fall. Der Bundesvorstand wird erfahrene und seit längerem mit dem Thema befasste Hauptamtliche und Ehrenamtliche zur Prüfung und Einsicht in Unterlagen nach Frankfurt entsenden.

Wie beurteilt der Bundesverband den Bericht des Hessischen Rundfunks, demzufolge der AWO-Geschäftsführer Frankfurt einzelne Mitglieder durch eine private Detektei überwachen ließ?

Die Kontrolle von Mitarbeitenden durch Detektive ist nicht mit den Grundwerten der AWO vereinbar.

Ist es zutreffend, dass der AWO-Bundesverband dem Kreisverband Frankfurt jetzt die finanzielle Unterstützung entziehen wird?

Aufgrund der staatsanwaltlichen Ermittlungen und offenen Fragen nach diversen Presseveröffentlichungen wird die Weiterleitung von öffentlichen Zuwendungsmitteln seit einigen Monaten zurückgehalten .

Interview: Claus-Jürgen Göpfert

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