Paulskirche

Bund will mitreden

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Der Bundespräsident plant einen besonderen Erinnerungsort in der Frankfurter Innenstadt. Der Zeitplan für die Sanierung des Gebäudes wird deshalb abermals nicht zu halten sein.

Der Bund, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt sollen die Zukunft der Paulskirche gemeinsam planen. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs im Schloss Bellevue, an dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Hessens Staatskanzleichef Axel Wintermeyer, Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und Baudezernent Jan Schneider teilnahmen. Das Engagement des Bundes wird sich voraussichtlich auch auf den Zeitplan für die Sanierung des Gebäudes auswirken.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will Steinmeier erreichen, dass Bund, Land und Stadt Frankfurt die Paulskirche als gemeinsame Aufgabe von nationaler Tragweite verstehen. In dem Gespräch auf seine Einladung ging es nach Angaben des Bundespräsidialamts darum, wie ein gemeinsames Engagement unter Einbeziehung einschlägiger Fachleute aussehen kann. Teilnehmer waren unter anderem der Politikwissenschaftler Herfried Münkler und der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Hans Walter Hütter.

Geplant ist somit viel mehr als die notwendige Sanierung der Paulskirche, in der 1848 die Nationalversammlung tagte. Steinmeier hatte bereits vor dem Gespräch gesagt er plädiere für einen „authentischen Ort, der an Revolution, Parlamentarismus und Grundrechte nicht nur museal erinnert, sondern zu einem Erlebnisort wird, der Wissen, Bildung und Debatte verbindet“. Der Bund stellt dafür 19,5 Millionen Euro in Aussicht.

Was das konkret für die Arbeiten an der Paulskirche bedeutet, blieb am Donnerstag offen. Baudezernent Schneider sagte, er begrüße zwar, „dass sich der Bundespräsident aktiv in die Diskussion um die Zukunft der Paulskirche einbringt und der Bund einen finanziellen Beitrag in Aussicht gestellt hat“. Er rechne nun aber für die bevorstehende Sanierung mit „deutlich erhöhtem Abstimmungsbedarf, insbesondere mit dem Bund“.

Der Zeitplan, wonach im Jahr 2023 mit den Arbeiten begonnen werden sollte, dürfte nun nicht mehr zu halten sein, sagte Schneider: „Wir hätten gerne die weiteren Planungen zügig auf den Weg gebracht.“ (mit dpa)

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