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Dem Riederwald stehen acht Jahre Bauarbeiten bevor – Ansprechpartner ist künftig der Bund. 

Straßenbau

Bund übernimmt Riederwaldtunnel in Frankfurt

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Die Zuständigkeit für Autobahnen geht 2021 an die Autobahn-GmbH des Bundes über - für die Straßenverwaltung Hessen Mobil ändert sich viel.

  • Frankfurt: Harter Einschnitt für Hessen Mobil
  • Aufgaben in Hessen fallen weg
  • Verkehrsleitzentrale Hessen wird zur Verkehrsleitzentrale Deutschland

Frankfurt - Die hessische Straßenverwaltung Hessen Mobil steht vor einem harten Einschnitt. Nur noch bis Jahresende sind die rund 3500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Erhalt der Landesstraßen, Bundesstraßen und Autobahnen zuständig. 

Zum Jahresende wechseln rund 1000 Mitarbeiter zur neuen Autobahn GmbH des Bundes, die sich künftig um die Autobahnen kümmert. Die Autobahngesellschaft soll aus bis zu 15 000 Mitarbeitern bestehen.

Hessen Mobil: Harter Einschnitt - auch Frankfurt betroffen

„Die Vorbereitung läuft auf Hochtouren“, sagte Alexander Pilz, der regionale Bevollmächtigte von Hessen Mobil für Rhein-Main. „Wir wollen auch nach dem Wegfall der Autobahnaufgaben leistungsfähig sein.“

Wenn der Bund zuständig wird, gibt es auch neue Leibchen. 

Vom 1. Januar an wird der Bau und Erhalt der deutschen Autobahnen von der Zentrale in Berlin aus gesteuert. Zehn Niederlassungen, keine davon in Hessen, setzen die Projekte um, unterstützt von den 41 untergeordneten Außenstellen, von denen sich zwar sechs in Hessen befinden – gesteuert werden sie aber von drei Niederlassungen in Hannover, Montabaur, Hamm.

In Frankfurt wird dafür die Verkehrsleitzentrale Hessen zur Verkehrsleitzentrale Deutschland ausgebaut – mit Sitz im House of Logistics and Mobility in Gateway Gardens nahe dem Frankfurter Flughafen.

Frankfurt: Verkehrsleitzentrale Hessen wird ausgebaut

Um der Nahmobilität, also den Radfahrern und Fußgängern, mehr Gewicht zu verleihen, wird bei Hessen Mobil eine neue Abteilung „Mobilität und Radverkehr“ eingeführt. Sie existiert von 2021 an neben den Abteilungen „Planung und Bau“ und „Betrieb und Verkehr“.

Mit der Umstrukturierung übernimmt die Autobahngesellschaft das langwierigste und komplexeste Bauprojekt in der Region, den Riederwaldtunnel in Frankfurt. Es ist ein 2,2 Kilometer langer Autobahnneubau zwischen A66 und A661, die Hälfte davon im Tunnel.

Frankfurt: Bund zuständig für Riederwaldtunnel

Jüngst hat der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) den geänderten Planfeststellungsbeschluss unterschrieben. 24 Aktenordner lagen bis vor wenigen Tagen im Frankfurter Stadtplanungsamt aus. Das Verkehrsministerium hat die Dokumente online verfügbar gemacht

Noch bis Ende März haben Anwohnerinnen und Anwohner Zeit, falls sie gegen die geänderten Pläne klagen wollen. Das Aktionsbündnis „unmenschliche Autobahn“ hat das erwogen.

Sollten keine Klagen das Projekt verzögern, kann von Ende 2021 bis Ende 2029 gebaut werden. Vorausgehen soll eine Ausführungsplanung und ein EU-weites Vergabeverfahren. Zuletzt hatte Hessen Mobil das Autobahndreieck Erlenbach gebaut. Von April 2020 bis April 2021 soll der Verkehr auf das Bauwerk entlang der A661 umverlegt werden soll.

Frankfurt: Hessen Mobil aktualisiert Lärmschutzkonzept

Zum Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner im Riederwald hat Hessen Mobil das Lärmschutzkonzept in Teilen aktualisiert. So ist für die Grundschule Pestalozzischule im Stadtteil der Einbau einer Lüftungsanlage vorgesehen, damit die Schüler bei frischer Luft lernen können, ohne dass sie die Fenster öffnen müssen und damit den Baulärm hinein lassen. Um das Außengelände und den Kindergarten vor Lärm zu schützen, soll laut Hessen Mobil ein 2,25 Meter hoher Lärmschutzzaun an der Haenischstraße aufgestellt werden.

Die Lüftungsanlage und die Verlängerung der Lärmschutzwand an der Haenischstraße, wo die Schule liegt, hatte der Magistrat gefordert. Der Bürgerinitiative Riederwald geht das nicht weit genug. So müsste die Lärmschutzwand höher und länger sein, sagte der Sprecher Rainer Frey. Außerdem sollte ein Teil des Außenbereichs der Schule, wo Eltern ihre Kinder abholen, besser vor Lärm geschützt werden.

Frankfurt

An der A66saniert Hessen-Mobil die Lärmschutzwand Unterliederbach auf 2,5 Kilometern, noch bis April. Ebenfalls auf der A66 wird die Fahrbahn zwischen Frankfurt-Höchst und Eschborn erneuert, auf 850 Metern, von Juni bis Oktober.

Am Westkreuz Frankfurt(A5 und A648) erneuert Hessen-Mobil von Mai 2020 bis Dezember 2021 mehrere Bauwerke. Fahrspuren werden verschwenkt. Betroffen ist der Fuß- und Radweg entlang der Nidda - aber nicht so stark wie geplant. Weil Hessen-Mobil ein neues Verfahren einsetzt, bei dem der Beton mit Carbon verstärkt wird, muss der Niddaweg nur auf einer Seite über Wochen, nicht über Monate, gesperrt werden.

Auf der A648in Frankfurt erneuert Hessen-Mobil den Katharinenkreisel auf 200 Metern, von März bis Oktober. Fahrspuren werden verschwenkt.
Auf der B8wird die Unterführung Kilianstädter Straße/Mainkur instand gesetzt, auf 500 Metern, von Mai 2020 bis August 2021, mit mehreren Sperrungen.

Die Stadt Frankfurtbaut noch bis Oktober einen Radweg auf der Mörfelder Landstraße am Waldstadion vorbei, auf einer Länge von 1,1 Kilometern.

Auf der B521in Seckbach setzt Hessen-Mobil von Mai bis November eine 30 Meter lange Unterführung instand. Die Fahrspuren auf der Bundesstraße werden eingeschränkt.

Am Frankfurter Bergbaut Hessen-Mobil bis Ende 2021 eine Brücke über die Gleise der Main-Weser-Bahn neu. Im Juli wird übergangsweise eine Behelfsbrücke errichtet. Die Main-Weser-Bahn, auf der unter anderem die S6 fährt, wird im Sommer an mehreren Wochenenden gesperrt.

Von Florian Leclerc

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