Haus der Demokratie

Bund soll Haus der Demokratie an der Paulskirche mitplanen

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die Römer-Koalition einigt sich auf Eckpunkte für das geplante Haus der Demokratie an der Paulskirche. Noch bleiben trotzdem viele Fragen offen.

Die Frankfurter Koalition von CDU, SPD und Grünen hat ihre Vorstellungen für das geplante Haus der Demokratie, das an der Paulskirche entstehen soll, konkretisiert. Vor fast einem Jahr hatte das Stadtparlament auf Antrag des Bündnisses den Magistrat beauftragt, ein Konzept für ein multimediales, mehrsprachiges Haus vorzulegen, das sich mit den Demokratiebewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts, der Verfassungsgeschichte ab 1848/1849 und der Paulskirche als Denkmal beschäftigt, aber auch als Ort politischer Bildung dient. In einem neuen Antrag macht die Koalition nun klar, dass der Magistrat dieses Konzept in enger Abstimmung mit dem Bund entwickeln soll.

Nach ihren Vorstellungen sollte eine Stiftung der Stadt, des Landes und des Bundes als Träger des Zentrums fungieren. Gemeinsam mit Bund und Land soll der Magistrat beim Haus der Geschichte in Bonn und dem Deutschen Historischen Museum in Berlin ein Gutachten in Auftrag geben. In diesem soll es um die im Haus zu zeigende Dauerausstellung über die Geschichte der deutschen Freiheitsbewegungen, Fragen der medialen Präsentation und der Bildungsarbeit gehen.

Mit den Vorschlägen des Gutachtens soll sich nach Vorstellungen des Bündnisses dann eine Expertenkommission befassen, die Bund, Land und Stadt einberufen.

Angehören sollen dieser Kommission Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft, der Gedenkstätten und Museen der Bundesrepublik, der Museen und Institute der Stadt, von Archiven, Institutionen und historischen Kommissionen des Landes und der politischen Bildung. Die Stellungnahme und das Gutachten sollen anschließend bei einem Bürgerforum öffentlich vorgestellt werden.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat bereits ein Expertengremium berufen, das bis Ende 2022 ein Konzept zur Zukunft der sanierungsbedürftigen Paulskirche erarbeiten soll. Diesem gehören der Politikwissenschaftler Herfried Münkler, der Präsident der Stiftung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Hans Walter Hütter, und der Direktor des Deutschen Architekturmuseums, Peter Cachola Schmal an. Zuletzt hieß es, diese Kommission erarbeite auch Vorstellungen für das Demokratiezentrum.

Noch sind viele Fragen ungeklärt: vom Zeitplan über die Kosten bis zum Standort. Wo genau das Haus der Demokratie entstehen sollte, lässt die Koalition in ihrem Antrag ebenfalls offen. Ideen, dieses auf dem Paulsplatz zu errichten, sind innerhalb des Bündnisses umstritten.

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