Büromarkt Frankfurt

Büros in Frankfurtbleiben sehr begehrt

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Investoren haben 2019 in großem Stil Gewerbeimmobilien in Frankfurt gekauft. Ein Gebäude am Flughafen wechselte für mehr als 900 Millionen Euro den Eigentümer.

Investoren haben nach Zahlen des Maklerhauses Colliers im vergangenen Jahr in Frankfurt für rund 7,8 Milliarden Euro Gewerbeimmobilien gekauft. Trotz eines Umsatzrückgangs um 19 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2018 sprechen die Immobilienexperten von einem starken Ergebnis. Größte Deals waren der Verkauf des riesigen Bürogebäudes „The Squaire“ am Flughafen für mehr als 900 Millionen Euro, des Büroensembles „Die Welle“ an der Alten Oper für rund 620 Millionen Euro und des Büroturms „T8“ an der Taunusanlage für etwa 400 Millionen Euro.

Viele ausländische Käufer

Eine große Rolle spielten, wie bereits in den vergangenen Jahren, ausländische Investoren. Diese kauften laut Colliers Immobilien im Volumen von knapp vier Milliarden Euro. Bei Deals im Segment von mehr als 100 Millionen Euro entfielen gar zwei Drittel der Abschlüsse auf diese Gruppe.

Auch der Umsatz bei Neuvermietungen von Büroflächen lag im vergangenen Jahr nach Angaben mehrerer Maklerhäuser auf einem sehr hohen Niveau. Die Deka Bank sicherte sich mehr als 46 000 Quadratmeter in einem für sie entstehenden Neubau an der Lyoner Straße in Niederrad, die Stadt Frankfurt mietete rund 26 500 Quadratmeter für ein Behördenzentrum an der Solmsstraße in Bockenheim, die ING Diba rund 26 500 Quadratmeter im ehemaligen Händlerzentrum Trade an der Theodor-Heuss-Allee.

Der noch vor wenigen Jahren sehr hohe Leerstand ist im vergangenen Jahr weiter geschrumpft. Nach Zahlen des Maklerhauses Nai Apollo standen Ende Dezember 693 000 Quadratmeter Bürofläche leer, die innerhalb von drei Monaten nach Vermietung beziehbar wären. Das entspreche einer Leerstandsquote von 6,1 Prozent. Die Entwicklung ist allerdings sehr unterschiedlich. Bei Colliers weist man auf das erhebliche Gefälle zwischen zentralen und zentrumsnahen Lagen und der Peripherie hin. Fast 40 Prozent des Leerstands entfielen auf Eschborn, Ostend-Ost und Mertonviertel.

Die Mieten steigen indes kräftig weiter. Bei Nai Apollo und Colliers sieht man diese in der Spitze inzwischen bei 45,50 Euro pro Quadratmeter, bei BNP Paribas Real Estate bei 45 Euro pro Quadratmeter. In keiner anderen deutschen Stadt werden solche Werte erreicht. Die Durchschnittsmiete liegt nach Zahlen von BNP Real Estate bei 19,90 Euro pro Quadratmeter. Nai Apollo und Colliers sehen diese jeweils deutlich über 20 Euro pro Quadratmeter.

5300 Euro pro Quadratmeter hat 2019 eine Eigentumswohnung in Frankfurt im Schnitt gekostet. Ganz oben in den Wohntürmen wird teils sogar das Vierfache gezahlt.

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