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So wird’s: Modell vom Dezember 2017.

Bürgerpark Süd

Refugium für Mensch und Tier

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  • Claus-Jürgen Göpfert
    Claus-Jürgen Göpfert
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Der Bürgerpark Süd soll zeitgleich mit der DFB-Akademie fertig sein.

Es soll ja verrückte Menschen geben, die immer morgens vor Europacup-Heimspielen der Eintracht ein Foto von der Frankfurter Rennbahn mit der Skyline im Hintergrund machen, im festen (und wie man jetzt weiß: berechtigten) Glauben, das würde die Partie positiv beeinflussen. Nun, diese Fotos haben sich im Laufe der Saison stark verändert. Sah man anfangs noch Grün und konnte irgendwo die ehemalige Rennstrecke ausmachen, sieht man inzwischen nur noch: Baustelle.

Das wird sich ändern bis 2021. Dann gibt’s auch wieder Grün nach den Plänen der Stadt, denn zeitgleich mit der DFB-Akademie soll der Bürgerpark Süd fertig werden. Er wird wie bisher dicht von Bäumen gesäumte Ränder im Osten und Westen haben, auch weite Rasen- und Sandflächen, er behält den Y-förmigen See und neu hinzu kommen Spiel- und Sportflächen für junge und alte Parkbesucher.

„Unsere Planung ist fertig“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) im Gespräch mit der FR. Jeweils etwa neun Hektar Wald und öffentliche Grünfläche umfasst der Park. Die früheren Strukturen sollen weiter durchscheinen, sanfte Veränderungen sind geplant.

Der ökologisch wertvolle Sandmagerrasen, sogar die Bunker des Golfplatzes kommen im Konzept vor. Eine Düne am Rand des Bannwalds fügt sich ein. Im Norden, zur Niederräder Landstraße hin, wollen die Planer eine Kinderfarm anlegen, daneben Bolz- und Spielfläche.

Heilig lobt die „zahlreichen Sportangebote“. Für die Körperfitness lässt sich im Westen, an der Rennbahnstraße, etwas tun: in einer Calisthenics-Trainingsanlage, so stellte es das Grünflächenamt den Bürgern vor. Wege durchziehen Park und Wald auf gerader und Rennbahn-historisch gebogener Linie.

Unklar sei noch, was mit den alten Stallungen der früheren Galopprennbahn geschehen wird. „Wir würden sie gerne behalten“, sagt Heilig, die alten Ställe seien Refugium für seltene Vogelarten, die auf der Roten Liste gefährdeter Tiere stünden, etwa die Mehlschwalbe. Auch seltene Vegetation wie die Strandnelke möchte die Stadträtin auf dem weitläufigen Areal unbedingt verteidigen.

Heilig strebt an, den Bürgerpark zeitlich parallel zur DFB-Akademie zu eröffnen, also im Herbst 2021. Die Umweltdezernentin ist stolz auf den „Beteiligungsprozess“, mit dem die Stadt beim Bürgerpark die Menschen vor Ort und den Ortsbeirat einbezogen habe.

Ausgeheckt wurde dies alles in Workshops und Umfragen seit Oktober 2015, säuberlich dokumentiert unter anderem auf der Internetseite buergerpark-sued.de. Unbedingt soll das Areal „Wohnort von Fledermäusen, Insekten und Vögeln“ bleiben. Bedenken und Befürchtungen trugen die Bürger vor allem in Sachen Beleuchtung (zu wenig), Lärm und Vermüllung (zu viel) vor.

Die Sorgen teilten die Planer von der Gesellschaft BHM aus Bruchsal nicht. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Parknutzer ihren Park auch verteidigen“, sagte BHM-Mann Sigurd Henne. Heilig hatte unter anderem einem Grillplatz eine Absage erteilt mit dem Hinweis: „Wir wollen keinen Partypark bauen.“

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