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Uwe Becker (CDU) ist seit 2007 Kämmerer. Seit 2016 ist er auch Bürgermeister.
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Uwe Becker (CDU) ist seit 2007 Kämmerer. Seit 2016 ist er auch Bürgermeister.

Frankfurt

Bürgermeister Uwe Becker: Abschied mit viel Wehmut

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Uwe Becker (CDU), scheidender Bürgermeister und Kämmerer in Frankfurt, redet der neuen Koalition zum Abschied ins Gewissen. Seine politische Karriere ist damit aber nicht beendet.

Der Abschied fällt Uwe Becker nicht leicht. Der Bürgermeister, der zudem Kämmerer und Kirchendezernent ist, hat dieser Tage sogar einen Brief an die Frankfurter Stadtverordneten geschrieben. Darin redet er den Politikerinnen und Politikern – insbesondere der neuen Koalition – ins Gewissen. „Ihr Auftrag ist nicht die eigene Selbstverwirklichung in Magistrat oder Stadtverordnetenversammlung, sondern die Verwirklichung einer guten Zukunft für unsere Stadt und ihre Menschen.“

Manche finden das albern, andere anmaßend, aber vor allem zeigt der Brief, wie viel dem CDU-Politiker sein Amt bedeutet hat. 1995, im Alter von 26 Jahren, zog er als Stadtverordneter in den Römer ein, 2006 wurde er Sozial- und Sportdezernent, ein Jahr später wechselte er in die Kämmerei. 2016 wurde er dann Frankfurter Bürgermeister.

Becker kam von der Frankfurter Sparkasse in die Stadtpolitik, schon deshalb war die Kämmerei der richtige Ort für ihn. Er brachte Frankfurt gut durch die Finanzkrise, doch unumstritten war er nie. Während die FDP den Kämmerer zum Schuldenabbau drängen wollte, hätten sich vor allem SPD und Linke eine höhere Gewerbesteuer gewünscht. Das lehnte Becker ab. Seine Sorge: Weitere Unternehmen könnten Frankfurt verlassen, wenn sie hier mehr Steuern zahlen müssten als im Umland oder in anderen Großstädten. Noch im Mai, als längst klar war, dass Beckers Zeit als Kämmerer enden würde, warb er im Haupt- und Finanzausschuss dafür, eine Senkung des Steuersatzes zu prüfen. Die neue Koalition reagierte angefasst. Von einer Einmischung in die laufenden Koalitionsgespräche war die Rede.

Von den Grünen ist Uwe Becker enttäuscht, daraus macht er keinen Hehl. Verwunderlich ist das nicht. Er erlebte die guten Zeiten in der schwarz-grünen Koalition mit – als es selten Streit gab und viele Projekte aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt wurden. Becker hätte sich eine Fortsetzung des Bündnisses vorstellen können, vielleicht erweitert um die FDP statt der SPD. Mit deren oberstem Vertreter, Oberbürgermeister Peter Feldmann, hatte sich Becker auch in den fünf Jahren der schwarz-rot-grünen Stadtregierung oft gestritten.

Aus der Öffentlichkeit wird Becker nicht verschwinden. Er bleibt hessischer Antisemitismusbeauftragter – das Amt übt er äußerst engagiert aus. Und außerdem gibt es da noch dieses Gerücht: Wenn Volker Bouffier (CDU) als Ministerpräsident abtritt, wird Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) sein Nachfolger. Und dessen Job könnte dann Becker übernehmen.

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