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Minister Al-Wazir macht deutlich, dass das Land bei den Planungen für den Fernbahntunnel nicht eingebunden gewesen sei.

Öffentlicher Nahverkehr

Bürgerinfo zum Fernbahntunnel in Frankfurt

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Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir regt eine Veranstaltung mit Bundesverkehrsminister Scheuer an.

Die spärlichen Informationen, die über den Fernbahntunnel in Frankfurt bekannt sind, soll Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf einer Infoveranstaltung in der Stadt ergänzen. Das regt der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) an, wie aus einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Stefan Naas hervorgeht.

Ein Termin zur Bürgerinformation war laut Anfrage beim Bundesverkehrsministerium aber noch nicht bekannt.

Minister Al-Wazir macht in der Antwort auf die Anfrage deutlich, dass das Land bei den Planungen für den Fernbahntunnel nicht eingebunden gewesen sei. Vielmehr sei das Land überrascht worden, dass der Bund den Fernbahntunnel in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen hat. So stehen nun 3,5 Milliarden Euro für ein Projekt bereit, das kaum jemand kennt.

Studien sollen folgen

Leidlich bekannt ist allerdings, dass die Eisenbahnen rund um Frankfurt unter Verspätungen leiden, weil das Schienennetz nicht ausreicht. Die Verspätungen summierten sich 2015 auf 7000 Stunden im Jahr, sagte Al-Wazir. Der Fernbahntunnel sei eine mögliche Lösung für die „gravierenden Engpässe im Bahnknoten Frankfurt“. Grundlage ist eine Knotenuntersuchung der Deutschen Bahn. Diese kam zum Ergebnis, dass die Projekte aus dem Programm Frankfurt Rhein-Main Plus nicht reichten, um die Engpässe zu beseitigen. Zu diesem Programm zählt unter anderem der Bau von zwei neuen Gleisen zwischen Stadion und Hauptbahnhof sowie einer dritten Eisenbahnbrücke in Niederrad bis 2028; der Bau von zwei neuen Gleisen für die S-Bahn vom Westbahnhof nach Bad Vilbel bis 2022 sowie nach Friedberg bis 2028; und der Bau von zwei neuen Gleisen für die nordmainische S-Bahn von Frankfurt über Maintal nach Hanau bis 2028. Weil schon 750 000 Menschen in Frankfurt wohnen und die Stadt weiter wachse, sei der Ausbau des Schienennetzes unvermeidlich, so Al-Wazir

Beim Fernbahntunnel sollen die Fernzüge nicht mehr im Kopfbahnhof wenden, was die Reisezeit um bis zu acht Minuten verkürze. Der Tunnel soll zwei Gleise bekommen, auf denen zwölf Zugfahrten pro Stunde und Richtung möglich wären. Jede Stunde sollen Züge Richtung Hamburg und Stuttgart fahren sowie Richtung Köln und München. Alle zwei Stunden sind Fahrten zwischen Hamburg und Zürich, Berlin und Stuttgart, Berlin und Basel geplant. Weiterführende Machbarkeitsstudien zum Fernbahntunnel strebe die Bahn an, wenn der Bund dazu den Auftrag erteile.

Die Tunnelführung wird nur grob skizziert – „zwischen Offenbach und Frankfurt und der Niederräder Brücke“. Der unterirdische Fernbahnhof soll an die B-Ebene und S-Bahn angebunden werden. Die oberirdischen Gleise sollen für den Nahverkehr erhalten bleiben.

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