Auf dem Opernplatz soll die zentrale Bühne des Landes Hessen beim Einheitsfest im Oktober stehen.
+
Auf dem Opernplatz soll die zentrale Bühne des Landes Hessen beim Einheitsfest im Oktober stehen.

Tag der Deutschen Einheit

Bürgerfest zum Jubiläum der Deutschen Einheit

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
    schließen

"Grenzen überwinden" lautet das Motto der Feier zum 25. Jubiläum der Deutschen Einheit. Dazu werden prominente Gäste aus Politik und Kultur erwartet. Die Feier stellt das Positive heraus, bedeutet aber eine Menge Arbeit.

So eine schöne Feier ruft natürlich Neider auf den Plan. Da hat doch die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden sich tatsächlich darüber beschwert, dass sie nicht das bundesweite Fest zur 25. Wiederkehr der deutschen Wiedervereinigung ausrichten darf, sondern eben Frankfurt am Main. Aber die schwarz-grüne Landesregierung rückte ganz lässig die Verhältnisse zurecht: Die Dimension der Veranstaltung sei für Wiesbaden einfach zu groß, sagte der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (CDU), kürzlich im Landtag. Das Kabinett habe sich „aus logistischen Gründen“ für Frankfurt entschieden.

Nachdem das jetzt final geklärt ist, kann Frankfurt so richtig loslegen. Zur Einheitsfeier vom 2. bis zum 4. Oktober erwarte die Stadt „zwischen einer Million und 1,5 Millionen Besucher“ aus ganz Deutschland, sagt Kolja Müller, der im Büro des Oberbürgermeisters mit dem Mega-Event beschäftigt ist.

Ein Programm unter dem Motto „Grenzen überwinden“ mit mehr als 300 Punkten demonstriert die kulturelle Vielfalt der 16 Bundesländer, ihre touristischen Sehenswürdigkeiten und kulinarischen Feinheiten. Einschließlich der vier deutschen „Zipfelgemeinden“ übrigens. Wie, die kennen Sie gar nicht? Das sind Orte, die in den äußersten geografischen Winkeln des Landes liegen: Oberstdorf im Süden, List auf Sylt im Norden, im Westen Selfkant in Nordrhein-Westfalen und im Osten Görlitz.

Nun mögen die Wissenschaftler noch so sehr darüber jammern, dass es auch noch nach 25 Jahren große Ungleichheiten zwischen Ost und West in Deutschland gibt. Nein, die Frankfurter Feier kehrt strikt das Positive heraus. Am 2. Oktober um 15 Uhr bereits wird das große Bürgerfest eröffnet. Mit der Ländermeile im Zentrum: Entlang der beiden innerstädtischen Mainufer stehen die Zelte der 16 Bundesländer.

Am 3. Oktober abends bei Einbruch der Dunkelheit erreicht das Bürgerfest einen seiner Höhepunkte. Mit einer Licht- und Ton-Inszenierung schlagen dann Spezialisten 23 symbolische Brücken über den Main – um damit, so Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), „sowohl an die Grenzen des geteilten Deutschlands zu erinnern und um in die Zukunft für ein friedliches und demokratisches Miteinander zu schauen“.

Die nationale Hauptbühne, bespielt vom Land Hessen, findet sich auf dem Opernplatz. Hier präsentieren sich die Künstler, die für das vereinigte Deutschland stehen – zumindest aus Sicht der Veranstalter: Es sind dies der Rapper Cro, die Sängerin Sarah Connor und der Entertainer Roger Cicero. Auf einer kleineren Kulturbühne im Metzlerpark am Museumsufer ist immerhin noch Jan Josef Liefers mit seiner Band „Radio Doria“ zu erleben.

Frankfurt zeigt sich mit einem Kulturprogramm auf der Hauptwache. Der Paulsplatz wandelt sich zum „Platz der Einheit“, mit einer Ausstellung der deutsch-deutschen Geschichte seit 1990. Um die Platanen auf dem Platz liegen „Jahresringe“, die besondere Ereignisse zeigen. Der Liebfrauenberg wird zum „Platz der Geschichte“ – hier ermöglichen Bundesinstitutionen einen Einblick in ihre Arbeit, etwa die Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes. Nein, das Bundesamt für Verfassungsschutz ist nicht dabei.

30 Flüchtlinge zu den Feierlichkeiten eingeladen

„Politik zum Anfassen“ versprechen der Roßmarkt und der Goetheplatz – hier stellen sich Bundestag und Bundesrat vor. Am nördlichen Mainufer gibt es eine sogenannte „Blaulichtmeile“, auf der die verschiedensten Rettungs- und Sicherheitsorganisationen ihr Können demonstrieren.
Die Zeil und die Konstablerwache bleiben den Sportverbänden sowie der Initiative „Deutschland bewegt“ vorbehalten – mit „Fitness-Checks“ und zahlreichen Ständen, an denen neue Sportarten getestet werden können.

Das derzeit brennendste Problem des wiedervereinigten Deutschlands, der Zustrom der Flüchtlinge, hat es gleichsam in letzter Minute ins offizielle Programm der Einheitsfeier geschafft. Die Landesregierung teilte am Dienstag mit, dass Ministerpräsident Volker Bouffier 30 Flüchtlinge zum Festakt in der Alten Oper einladen werde.

Bereits in seiner Eröffnungsrede wolle der CDU-Politiker auf das Schicksal der Menschen eingehen, die derzeit auf der Flucht vor Krieg und Not zu Zehntausenden im wiedervereinigten Deutschland ankommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare