Schlüsselerlebnis fürs Ostend: Zoodirektor Niekisch (Mitte), Stadträtin Hartwig (re.) und die 3a der Dahlmannschule.
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Schlüsselerlebnis fürs Ostend: Zoodirektor Niekisch (Mitte), Stadträtin Hartwig (re.) und die 3a der Dahlmannschule.

Zoo Frankfurt

Bürger setzen sich durch - Zoo hat wieder zwei Eingänge

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Für viele Anwohner geht ein dringender Wunsch in Erfüllung: Der Eingang Rhönstraße ist wieder geöffnet - allerdings nur testweise bis September.

Für die Klasse 3a der Dahlmannschule hat sich die Sache gelohnt. Statt Unterricht gibt es am Mittwoch: Zoobesuch. Das hätten die Kinder verdient, sagt ihre Lehrerin Marianna Fiedler. „Seit der ersten Klasse haben sie mir von dem geschlossenen Zooeingang erzählt – und dass er wieder geöffnet werden muss.“

Das wäre also geschafft: Der Eingang Rhönstraße ist offen, testweise bis September. Ehrensache, dass die 3a beim feierlichen Akt dabei ist, wie die noch jüngeren Kollegen der deutsch-türkischen Kita Dostluk; das heißt Freundschaft. Doch nicht alle sind restlos glücklich mit der Eingangslösung.

Jetzt erst mal pst, der Zoodirektor spricht. Ungewöhnlich, sagt Manfred Niekisch, dass der Zoo ein freudiges Ereignis zu feiern habe, „und es hat nichts mit Tieren zu tun“. Er lobt das Engagement so vieler Leute, die ermöglicht hätten, dass der Zugang wieder offen ist, darunter städtische Ämter, die Bürger, besonders der Verein Lebenswertes Ostend. Und dessen Freude hat dann doch mit Tieren zu tun: „Wir freuen uns tierisch!“ steht auf dem Transparent, das Rudolf Blaha trägt. Dieselbe Formulierung, die auch überm Eingangstor prangt: „Wir freuen uns tierisch mit allen Unterstützer/innen!“, lässt der Zoo da wissen.

Warum war das Tor eigentlich zu? „Das Problem war die Elektronik“, erinnert Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Weil der 2013 erneuerte Haupteingang am Alfred-Brehm-Platz eine moderne elektronische Kassenanlage hat, das Geld aber nicht für eine zweite Anlage reichte, war an der Rhönstraße Schicht. Dabei habe dieser Eingang „das Leben im Ostend geprägt“, sagt Hartwig. „Das war ein Einschnitt, als er geschlossen wurde.“ Kinder, Alte, Leute mit Rollstühlen und Kinderwagen, alle mussten um den halben Zoo herum, 20 Minuten Umweg für manche, um reinzukommen. Im Osten ging es nur noch raus.

Zur Wiederöffnung gibt es Applaus der etwa 50 Gäste. Und einen Blumenstrauß für Ina Hartwig von Jeannette Kaupp, der Vorsitzenden des Ostend-Vereins. Kaupp sagt aber auch: „Wir hätten viel Zeit und negative Energie sparen können, wenn der Eingang nicht geschlossen worden wäre, um relativ wenig Geld zu sparen.“ Das habe „unser gutes Verhältnis zum Zoo auf eine harte Probe gestellt“. Und übrigens auch den Tieren nicht gut getan, die im Ostzipfel wohnen: Paviane, Schneeeulen, Vögel – viele Besucher seien dort gar nicht mehr angekommen. Jetzt sind sie wieder ganz vorn dabei, wenn der Mensch durch den Osteingang naht.

Dafür braucht er freilich eine Jahreskarte oder ein Vorverkaufsticket – erwerben kann man dort keine Karten. Was manche aufregt. „Das ist nicht in Ordnung“, sagt Zoobesucherin Renate Meinken. „Warum stellt man nicht einfach jemanden hin, der Karten verkauft? Zu teuer? Ja, was ist denn heute noch billig? Geld kann man nicht essen!“

10 655 Jahreskarteninhaber gibt es nach Angaben des Zoos. Anwohner und Lebenswertes Ostend sehen die Öffnung jedenfalls nur als Etappenziel. „Wir setzen uns dafür ein, dass alle wieder zu jeder Zeit hier hineinkönnen“, sagt Jeannette Kaupp. Stadträtin Hartwig wirbt: „Ich bitte Sie ganz inniglich, nutzen Sie diese Testphase, kommen Sie durch dieses Tor in den Zoo.“ Im Herbst wollen die Planer auswerten und weitersehen.

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