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Der marode Bahnhof samt Unterführungen beschäftigt Planer wie Bürger.
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Der marode Bahnhof samt Unterführungen beschäftigt Planer wie Bürger.

Frankfurt-Griesheim

Bürger fühlen sich übergangen

Die Bürger im Frankfurter Stadtteil Griesheim diskutieren über den Umbau ihres Bahnhofs. Die verkehrspolitischen Sprecher von CDU und Grünen haben sich bereits für eine von vier Bauvarianten ausgesprochen.

Von Ferdinand Sander

Bequemere Wege oder geringere Kosten: Vor dieser Wahl stehen die Griesheimer bei der anstehenden Sanierung ihres Bahnhofs. Gestern Abend haben rund 30 Bürger im Saalbau Griesheim mit Vertretern der Deutschen Bahn darüber diskutiert, wie der Bahnhof barrierefrei gemacht werden kann. Laut Ursula Schmidt vom „Aktionsbündnis Bahnhof Griesheim“ hat die Römer-Koalition dieser Diskussion schon vorgegriffen. Die verkehrspolitischen Sprecher von CDU und Grünen haben sich bereits für eine der vier Bauvarianten ausgesprochen – dabei seien „noch viele Fragen ungeklärt.“

Den favorisierten vierten Plan umzusetzen, soll 11,75 Millionen Euro kosten. Damit ist er die günstigste aller Varianten, die sich auch am schnellsten verwirklichen lässt.

Er sieht vor, die Stadtunterführung zwischen Alter Falterstraße und Waldschulstraße mit zwei Fahrstühlen auszustatten. Dabei wird die Unterführung aber nicht komplett neu gebaut, sondern lediglich saniert. Der Zugang zum mittleren Bahnsteig wird weiterhin nur über eine Treppe möglich sein. Den zweiten Tunnel zum mittleren Bahnsteig wird die Bahn dagegen neu bauen und ebenfalls mit zwei Aufzügen ausstatten. Er ist aber nur von der südlichen Bahnhofsseite aus zu erreichen.

Verzicht auf ein Gleis

Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die von Norden kommen und nach Wiesbaden fahren wollen, müssen demnach viermal Aufzug fahren oder in den Bus steigen, um zur Südseite des Bahnhofs zu gelangen. Dann stehen ihnen noch zwei Aufzugsfahrten bevor, um auf den mittleren Bahnsteig zu gelangen. Hannelore Romann sitzt im Rollstuhl. Sie hält es für sinnvoller, die Stadtunterführung mit einem dritten Aufzug auszustatten, damit der mittlere Bahnsteig von beiden Bahnhofsseiten aus mit nur zwei Fahrten erreichbar ist.

Das sieht die erste Bauvariante vor. Die Stadtunterführung wird dabei außerdem breiter neu gebaut. Wie Jörg Herma von der Bahn ausführt, müssen in diesem Fall aber zwei Schienenstränge verlegt werden, um den nötigen Platz zu schaffen. Das ist mit mehr als 20 Millionen Euro Baukosten ungleich teurer.

Einige Bürger erkundigten sich, ob man auf ein Gleis verzichten könne, um die Kosten zu drücken. Dies ist laut Herma nicht möglich. Die Gleise seien nötig, um die Arbeit der beiden benachbarten Bahnbetriebshöfe aufrechtzuerhalten – sie dienten außerdem als Ausweichstrecken bei Störungen im S-Bahn Tunnel.

Problematisch sei überdies, dass fünf Meter hohe Schallschutzwände gebaut werden müssen. Frank Roeder von der Bahn-Abteilung „Station und Service“ gibt ferner zu bedenken, dass Grundstückszukäufe nötig seien, um Platz für die Schienen zu schaffen. Vielleicht seien Enteignungen mit unabsehbaren juristischen Folgen nötig. Jede Variante habe ihre Achillesverse, sagt Schmidt. „Wir werden mit dem kleineren Übel leben müssen.“

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