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Das geplante Innovationsquartier ist bei den Bürgern im Frankfurter Nordend umstritten. Sie wollen nicht auf die Kleingärten am Günthersburgpark verzichten.

Wohnen in Frankfurt

Bürger dürfen beim Innovationsquartier mitreden

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Der Ortsbeirat 3 möchte noch vor der Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs für das geplante Innovationsquartier eine Planungswerkstatt einrichten.

Der Ortsbeirat 3 will noch vor der Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs für das geplante Innovationsviertel eine „kollektive Planungswerkstatt“ einrichten. Dort sollen vor allem klimatische und ökologische Bedenken gegen das Bauvorhaben diskutiert werden.

„Vor dem Architektenwettbewerb wollen wir erstmal die Einschätzung der Klimagutachter hören“, begründet Hans-Joachim Habermann (Linke) seinen Antrag, der einstimmig angenommen wurde. Für die Stadt Frankfurt sei die Diskussion um den Bau des Viertels schon abgeschlossen, sagt er. Im Ortsbeirat sei man sich da noch nicht so sicher. Die Ortspolitiker fürchten, dass durch das Neubaugebiet das städtische Klima leidet.

Der zuständige, von der Stadt beauftragte Klimaforscher, Lutz Katzschner, soll in der kommenden Sitzung des Ortsbeirats 3 am 18. Mai sein Urteil zu den Auswirkungen des geplanten Neubauviertels auf das Stadtklima vorstellen. Auch ein weiterer Klimagutachter, der von einer kritischen Bürgerinitiative beauftragt wurde, soll in die Ortsbeiratssitzung kommen.

Die Bürger fürchten, dass durch die Bebauung entlang der Friedberger Landstraße eine für das Klima der Stadt wichtige Frischluftschneise beschränkt wird. Das ginge aus einem Gutachten Katzschners von 2010 hervor.

Namensgebung verschoben

Mark Gellert, Sprecher das Planungsamts der Stadt, erklärt, dass Katzschners Warnung von 2010 jedoch noch von einer zusätzlichen Bebauung in Seckbach ausging. Das sei in den aktuellen Plänen nicht mehr der Fall.

Laut Gellert plant die Stadt den städtebaulichen Wettbewerb aber ebenfalls Mitte Mai auszuschreiben – zeitgleich mit der kommenden Ortsbeiratssitzung. In der zweiten Junihälfte soll es dann ein erstes Zwischenkolloquium geben, bei dem die Bewerber – Architekten und Städtebauer – ihre Ideen für das Innovationsquartier präsentieren sollen.

Zum ersten Mal in der Geschichte Frankfurts sollen auch die Bürger zu der Präsentation eingeladen werden und mitbestimmen dürfen. „Die Bürger können dann dort direkt eine Rückmeldung zu den vorgebrachten Vorschlägen der Architekten und Städtebauer geben“, erklärt Mark Gellert. Auch ihre Bedenken bezüglich des Klimas könnten sie in dem Kolloquium einbringen. Gellert hofft indes, dass Klimaforscher Katzschner die Missverständnisse zur Klimaverträglichkeit bereits in der Ortsbeiratssitzung im Mai ausräumen kann.

Auf einen neuen Titel für das Innovationsviertel einigte sich das Stadtteilgremium in seiner Sitzung am Donnerstagabend nicht. Mit der Namensgebung wolle man abwarten, wie sich die Planung entwickle, so Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne).

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