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"Das Imperium des Schönen" von Nis-Momme Stockmann ist eine der Uraufführungen.

Veranstaltungen in Frankfurt

Bühne des Zeitgeists

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Das "Festival für neue Werke" in Frankfurt geht an die Grenze zur Verständigung.

Wohl nahezu jeder hat tief im Innersten ein Lied, das seine Kindheit definiert. Und die Wiegenlieder wiederum sind stark von Kultur und Sprache definiert. Pascal Dusapin hat weltweit Menschen aufgefordert, ihr persönliches Wiegenlied mit einer eigens dafür konzipierten App einzusingen. Spannend für Dusapin: „Oft sind diese Lieder von Zeit und Erinnerung entstellt.“ Im Frankfurt LAB erklingen die Aufnahmen unter der Regie von Claus Guth aus 70 Lautsprechern. Gesucht wird der gemeinsame Nenner. „Lullaby Experience“ ist eine der Uraufführungen beim Festival für neue Werke „Frankfurter Positionen“. 

Gibt es diesen gemeinsamen Nenner heutzutage überhaupt noch? Gibt es eine gemeinsame Sprache? Wie sprechen wir miteinander in Zeiten von Fake News und Filterblasen? Diese Fragen hat sich das Festival zum Thema gesetzt: Alle elf Ur- und Erstaufführungen beschäftigen sich mit den „Grenzen der Verständigung“. Vom 24. Januar bis 8. Februar sind vier Theaterstücke, zwei Theater- und eine Tanz-Performance, ein Tanzstück, zwei Konzerte sowie eine Ausstellung. Die Auswahl haben hochkarätig-besetzte Fachjurys getroffen. Zudem gibt es wieder die „Lange Nacht der Sozialforschung“ mit Vorträgen. 

Die Stiftung der BHF-Bank hat für das Festival drei Werkaufträge für Stücke, davon zwei Gastspiele vergeben. Der Dramatiker und Dramaturg am Schauspiel Frankfurt, Konstantin Küspert, hat das Theaterstück „Sklavenleben“ geschrieben. Vom Deutschen Theater Berlin ist „Der Tempelherr“ von Ferdinand Schmalz zu sehen. Erstmals steuert das Schauspiel Stuttgart etwas bei: „Das Imperium des Schönen“ von Nis-Momme Stockmann, einst Hausautor am Schauspiel Frankfurt. 

„Wir geben den Künstlern die Gelegenheit, Kunst zu erzeugen, ohne die unmittelbare Verwertung der Arbeit im Blick haben zu müssen“, sagt Stefan Mumme, Geschäftsführer der Stiftung. Die Grenzen der Kunst sind häufig sonst schnell erreicht: Selbst beim schöpferischen Gestalten geht es um Quoten und Besucherzahlen. „Wir wissen nicht, ob die Werke, die bei den Frankfurter Positionen zu sehen sind, reüssieren werden. Aber wir sind offen dafür“, sagt Mumme. 

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