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Brennpunkt Platensiedlung: Hier stand an Silvester mehrfach ein Bücherschrank in Flammen.
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Brennpunkt Platensiedlung: Hier stand an Silvester mehrfach ein Bücherschrank in Flammen.

Brandstiftungen

Bücherschränke in Frankfurter Platensiedlung vorsorglich ausgeräumt

Helfer leeren einige Bücherschränke zu Silvester in der Platensiedlung, damit sie nicht brennen können.

Rachid Rawas (SPD) ist so etwas wie ein Profi, wenn es darum geht, Bücherschränke auseinander zu bauen. Gekonnt entfernt der stellvertretende Ortsvorsteher und Vorsitzende des Regionalrates Ginnheim die vier Plexiglasböden aus dem Bücherschrank vor der Astrid-Lindgren-Schule in der Platensiedlung und stellt sie neben die kleine öffentliche Bibliothek. Und auch die Innenverkleidung muss weichen. „So“, sagt Rawas, „das war’s“ und reibt sich die kalten Hände.

Hüfthoch sind die beiden Bücherstapel, die Rawas und der neue Quartiersmanager Dominikus Landwehr zuvor aus dem Schrank ausgeräumt und in die mitgebrachten Taschen und Tüten geräumt haben. Damit der Bücherschrank frei ist von allen brennbaren Materialien. Schließlich wurde der im Herbst 2014 installierte Schrank bereits zweimal – 2015 und 2018 – Opfer von Brandstiftern. Und dies soll in der heutigen Silvesternacht, in der es in der Platensiedlung Jahr für Jahr zu Krawallen und brennenden Mülltonnen kommt, eben nicht ein drittes Mal passieren.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Rachid Rawas, damals mit Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU), die Bücher in Sicherheit gebracht. „Damit sind wir gut gefahren, deswegen machen wir es wieder“, sagt Rawas und verstaut die letzten Bücher in einer der mitgebrachten Tüten. Gelagert werden sie zusammen mit den Einlegeböden im Nachbarschaftsbüro in der Franz-Werfel-Straße, befüllt werden soll der Schrank dann wieder am Samstag.

Quartiersmanager Landwehr unterstützt dieses Engagement. Dass er beim Ausräumen und Transport hilft, war deshalb schnell klar. „Es besteht hier immer die Gefahr, dass es zu Krawallen kommt. So kann man diesen vielleicht ein wenig vorbeugen“, sagt er. Ursprünglich habe er sogar darüber nachgedacht, auch am Silvesterabend im Quartier präsent zu sein. Aus familiären Gründen, sagt er, sei dies aber leider nicht möglich.

Rachid Rawas hingegen wird heute Abend mit dem Fahrrad seine Runde drehen. So, wie er es ohnehin regelmäßig tut, um nach dem Rechten zu schauen. Die Mülltonnen, die in den vergangenen Jahren immer wieder angezündet wurden, seien bereits leergeräumt. Allerdings würden die Käfige, in denen sie untergebracht sind, nicht, wie in den Vorjahren mit Ketten abgesperrt. Zum einen, weil es nichts bringe, zum anderen, weil die Tonnen, sollten sie brennen für die Feuerwehr schneller zugänglich seien und „nicht minutenlang an einem Schloss herumgefummelt werden muss“.

Tatsächlich habe man in diesem Jahr auch ausgemacht, den Bücherschrank auf dem Ginnheimer Kirchplatz leerzuräumen. Sich dann aber doch dagegen entschieden. „Die soziale Kontrolle ist dort besser“, erklärt Rawas.

Wie schon in den Vorjahren ist man auch bei der Polizei wachsam, was mögliche Krawalle und Brandstiftung in der Silvesternacht in der Platensiedlung betrifft. „Wir haben das auf dem Schirm“, sagt Polizeisprecher Benjamin Wiewiorra. Deshalb werde dort, wie an vielen anderen neuralgischen Punkten im Stadtgebiet, verstärkt Streife gefahren. Um jederzeit flexibel reagieren zu können.

Neben der Platensiedlung gilt dies im Frankfurter Nordwesten auch für den Zentmarkweg in Rödelheim. Dort wurden zum Jahreswechsel 2019/20 mehrere Mülltonnen angezündet, die eintreffende Polizei und Feuerwehr wurden mit einem Hagel aus Böllern begrüßt. „Auch diese Ecke werden wir in diesem Jahr mit Unterstützung der Stadtpolizei im Auge haben“, versichert Wiewiorra.

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