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Friederike Ronnenfeldt (1807 - 1906).
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Friederike Ronnenfeldt (1807 - 1906).

Literatur

Buchtipp Frankfurt: Starke Frau im Porträt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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„Die Teehändlerin“ erzählt eine pralle Frankfurter Familiensaga aus dem Haus Ronnefeldt. Romanheldin erfährt nachträgliche Ehrung.

Eine Todesanzeige in der Zeitung war Ausgangspunkt dieser bewegten Familiensaga. Als die Literaturagentin Dorothee Schmidt vom Ableben des Frank Holzapfel, Inhaber des Unternehmens Ronnefeldt, in der Zeitung liest, denkt sie an ihre Autorin Susanne Popp. Die hatte zuvor schon einen Roman über die Champagner-Winzerin Barbe-Nicole Clicquot geschrieben und fand wie ihre Agentin das Thema Tee spannend. „Dass es wieder um Lebensmittel geht, ist Zufall, dass es wieder um eine Unternehmerin und starke Frau geht, nicht“, verrät Popp ihre Motivation. Denn als sie sich mit der Geschichte der Ronnefeldts befasst, fällt ihr schnell auf, dass Firmengründer Tobias Ronnefeldt 1845 mit nur 51 Jahren stirbt und seine Frau mit dem gewachsenen Unternehmen und den fünf minderjährigen Kindern alleine lässt. „Wie macht man das in der damaligen Zeit mit einem Unternehmen und fünf Kindern?“, hat sich Popp gefragt und sich in die Recherche gestürzt.

Die Autorin, die in der Schweiz lebt, aber in Mainz studiert hat und Frankfurt schon ein bisschen kannte, war sich gleich sicher, dass die Freie Stadt und Heimat der Ronnefeldts im 19. Jahrhundert „eine Hauptdarstellerin dieser Geschichte“ sein soll, wie es im Nachwort des Ende August erschienenen Romans heißt. So beginnt die Handlung anno 1838 in der „NeuKräme“, wo die Ronnefeldts nicht nur wohnten, sondern auch ihr Tee-geschäft hatten. Popp liefert recht schnell eine erste Beschreibung Frankfurts mit seiner Altstadt und der Judengasse und baut in den weiteren Verlauf der Handlung zahlreiche zeitgenössische Persönlichkeiten von Arthur Schopenhauer über Struwwelpeter-Autor Heinrich Hoffmann bis hin zu Marianne von Willemer ein.

Im Teegeschäft seit 1823. Das Frankfurter Familienunternehmen Ronnenfeldt.

Sie alle bleiben Nebenfiguren, denn die Heldin des Romans ist Friederike, die Tochter des Frankfurter Händlers Johann Christoph Kluge. In der umfangreichen Firmengeschichte auf der Ronnefeldt-Website wird die Romanheldin übrigens nur mit einem, immerhin wohlwollenden Satz, erwähnt. Das mag auch daran liegen, dass wenig Material erhalten blieb. „Es gibt keine Unterlagen zur Firmengeschichte, das wurde im Krieg alles zerstört“, bedauert Popp und betont, dass ihr Werk auch keine Unternehmenschronik sei: „Es ist in erster Linie eine Familiengeschichte.“

Fakten dafür konnte Popp aus Briefen gewinnen, die Gatte Tobias seiner Frau von seinen zahlreichen Reisen zwischen 1830 und 1845 schrieb und von denen einige erhalten sind und von Ur-Ahn Christian Ronnefeldt zur Verfügung gestellt wurden. Um Friederike im Roman ein bisschen mehr Raum zu geben, gönnt“ Popp der Powerfrau einen eigenen Teeladen in Wiesbaden, den es so nie gab und schickt den Gatten auf eine lange China-Reise, die es so ebenfalls nie gab, wie Ronnefeldt-Sprecherin Jutta Tarlan verrät: „Er ist nie über Rotterdam und London hinausgekommen.“

Gleichwohl hat Popps Roman dazu beigetragen, Friederike ein bisschen mehr in den Blickpunkt zu rücken. Die Gattin des Firmengründers hat mittlerweile in der Ahnengalerie im Eingangsbereich des Unternehmens am Kurfürstenplatz in Bockenheim einen Platz erhalten. „Friederike hat dank des Romans an Bedeutung gewonnen“, verrät Tarlan.

Popp schreibt derweil schon an Band 2 der Familiensaga, der im März 2022 erscheinen soll. Die Handlung beginnt im Jahr 1853, als der Gatte schon acht Jahre tot ist. Friederike wird 99 und stirbt 1906. Das Unternehmen Ronnefeldt gibt es noch immer und feiert in zwei Jahren sein 200-jähriges Firmenjubiläum. Friederike Ronnefeldt hat daran sicherlich einen gewichtigen Anteil.

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