Ist für die Frankfurter Buchmesse eine Zusammenarbeit mit der Messe in Leipzig hilfreich?
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Buchmesse Frankfurt: Von Leipzig lernen

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Für die Frankfurter Buchmesse gerät die Corona-Krise zunehmend zum Stresstest - die große Marke scheint in Gefahr. Helfen könnte ein engeres Band zur Messe in Leipzig. 

Eine traditionsreiche Marke gerät immer dann in Gefahr, wenn ihr Kern berührt ist. Dann können Glaubwürdigkeit und Substanz rasch verspielt werden. Die Corona-Pandemie setzt die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr einem besonderen Stresstest aus. Sie wird nicht in gewohnter Form organisiert werden können – wie alle Veranstaltungen, bei denen sonst viele Menschen auf engem Raum zusammenkamen.

Doch hinter der Frage, wie die Buchmesse Corona überstehen kann, wird eine andere, existenzielle Herausforderung sichtbar. Es geht darum, wie das größte Medientreffen der Welt, das lange schon mehr ist als eine Buchmesse, überhaupt eine Zukunft besitzt. Gerade besteht die Gefahr, dass die Traditionsmarke verspielt wird, immer mehr verschwimmt.

Wer die Buchmesse lange kennt, weiß, dass ihr Niedergang immer wieder vorausgesagt wurde. In den 1980er Jahren, als die Computer aufkamen. Anfang der 2000er, als die E-Books scheinbar ihren Siegeszug antraten. Immer war die innere Kraft der Buchmesse groß genug, vermeintliche Krisen zu überstehen und sich zu erneuern. Sie wird gebraucht als weltweites Forum für den Austausch von Stoffen, nicht nur in Form von Büchern, als Plattform für den Kampf um Menschenrechte und Meinungsfreiheit. Überflüssig wäre sie als weiteres Spin-off der Unterhaltungsindustrie, als internationales Event.

Nötig ist deshalb nicht die Annäherung an die Musik- oder Games-Branche. Sondern eine Zusammenarbeit mit der Frühjahrsbuchmesse in der Partnerstadt Leipzig. Von Leipzig kann Frankfurt lernen, wie eine Buchmesse sich dem Medienpublikum zuwendet. Und nicht nur dem Geschäft.

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