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„Gegenbuchmasse“ Frankfurt: Kritik und Widerspruch

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Abseits des großen Scheinwerferlichts der Frankfurter Buchmesse bietet die „Gegenbuchmasse“ schon zum 19. Mal ein Forum für linke Debatten und Verlage.

Sie ist mittlerweile fast so etabliert wie die Buchmesse selbst: Bereits zum 19. Mal rückt die „Gegenbuchmasse“ vom heutigen Montag an eine Woche lang kritische kleine Verlage und weniger bekannte Autorinnen und Autoren in den Fokus. Keinesfalls verstehe man sich als Gegenveranstaltung zur Buchmesse, sagt Anton, einer der Organisatoren der Veranstaltungsreihe. „Wir wollen einfach kleinen linken Verlagen und Autoren ein Forum während der Buchmesse bieten.“

Insgesamt 18 Lesungen und Diskussionsveranstaltungen bietet die diesjährige „Gegenbuchmasse“ an. Die Abende finden im autonomen Zentrum „Café Exzess“ in Bockenheim statt, im Club Voltaire oder im Kulturzentrum Klapperfeld. Alle Veranstaltungen sind kostenlos, alle Mitwirkenden arbeiten ehrenamtlich, die Autorinnen und Autoren bekommen meist gerade mal die Fahrtkosten erstattet. Spenden, so heißt es auf der Website der Reihe, seien daher „schärfstens erwünscht“.

Inhaltlich gebe es in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf Digitalisierung und Ideen für ein Grundeinkommen, sagt Organisator Anton. Es gehe aber auch um Anarchismus und feministische Themen, etwa um einvernehmlichen Sex. Der Höhepunkt der „Gegenbuchmasse“ sei zweifellos die lange Lesenacht mit Büfett am Samstag, 19. Oktober, im Café Exzess. Von 19.45 Uhr bis nach Mitternacht geben sich dann sechs Vortragende nacheinander das Mikrofon in die Hand. Die Lesenacht sei jedes Jahr eine spannende Veranstaltung, bei der sich auch viele Verleger und andere Interessierte träfen und austauschten, sagt Anton.

Programmhöhepunkte gibt es auch ansonsten einige auf der „Gegenbuchmasse“: Am Mittwoch, 16. Oktober, liest etwa Hanna Poddig ab 20 Uhr im Klapperfeld in der Klapperfeldgasse aus ihrem Buch „Klimakämpfe – Wir sind die fucking Zukunft“. Am Donnerstag, 17. Oktober, liest der Berliner Autonome und Liedermacher Yok Quetschenpaua ab 19 Uhr im besetzten Haus Au, In der Au 14-16, aus seiner Autobiografie „Nichts bleibt“. Am Freitag, 18. Oktober, geht es ab 20 Uhr im Café Exzess in der Leipziger Straße 91 um das Thema „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland“, es lesen Christin Jänicke und Benjamin Paul-Siewert. Andere Leseabende drehen sich um die Bewegung 2. Juni, die anarchistische spanische Frauenorganisation „Mujeres Libres“ oder das Thema Hooligans. Es gibt also reichlich zu diskutieren.

Alle Veranstaltungen unter www.gegenbuchmasse.de.

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