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Pilar Quintana schreibt in „Hündin“ über eine tierische Mutter-Tochter-Beziehung.
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Pilar Quintana schreibt in „Hündin“ über eine tierische Mutter-Tochter-Beziehung.

Buchmesse

Buchmesse Frankfurt: „Hündin“ ist eine Mutter-Tochter-Beziehung

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Die kolumbianische Autorin Pilar Quintana erhält den Liberaturpreis 2021. Gespräch auf der Buchmesse in der Festhalle über Kolumbien, kinderlose Frauen und die Weite des Pazifiks.

Es ist eine Welt, die wir uns in Mitteleuropa kaum vorstellen können. Zwischen den Weiten des Pazifiks und der Undurchdringlichkeit des bergigen Dschungels liegt ein Küstenstreifen, der selbst den Einheimischen kaum bekannt ist. „Wenn wir in Kolumbien vom Meer sprechen, meinen wir meist die Karibik, nicht den Pazifik“, verdeutlicht Pilar Quintana. Genau in dieser Abgeschiedenheit hat Quintana neun Jahre verbracht, von 30 bis 39. In einem Alter also, in dem viele Frauen Kinder bekommen. Quintana wollte keine Kinder, was in der abgeschiedenen archaischen Region Befremden auslöste. „Die Leute haben mir gesagt, ich soll Kräuter aus dem Dschungel nehmen, um Kinder bekommen zu können.“

Den sozialen Druck, den die heute 55-Jährige seinerzeit verspürte, hat sie zu einem Roman verarbeitet. „Hündin“ heißt das Werk, das in diesem Jahr mit dem renommierten Liberaturpreis ausgezeichnet wird. Ein Preis, der nur an Autorinnen und Autoren aus Regionen vergeben wird, die nicht im Rampenlicht der Literaturwelt stehen.

Doch im Gespräch mit Corinna Santa Cruz in der Festhalle geht es am Mittwoch nicht um den Liberaturpreis, sondern um Kolumbien und die Schriftstellerin Quintana. Die ist mit 43 dann doch noch Mutter eines Sohnes geworden. Während sie schwanger war, habe sie mit nostalgischen Gefühlen an die Zeit in der Abgeschiedenheit gedacht und angefangen darüber zu schreiben.

Ihre Protagonistin Damaris kann keine Kinder bekommen und erhält als Ersatz einen Hundewelpen, weiblich, den sie aufzieht und verhätschelt wie eine Tochter. Doch wie manche Tochter zeigt sich auch die Hündin undankbar, läuft oft davon und wird schließlich von der unglücklichen Damaris umgebracht. „Ich wollte den Bruch darstellen in einer Mutter-Tochter-Beziehung, das hat mich interessiert, denn auch ich habe in den Augen meiner Mutter manchmal Hass gespürt“, bekennt die Autorin, die sich selbst als Feministin sieht, dies aber lieber im wahren Leben als in ihren Büchern ausleben will. In Kolumbien gebe es für Feministinnen noch einiges zu tun, und aktuell seien es vor allem junge Menschen, die aufbegehrten, denn durch die Pandemie sei die Ungleichheit zwischen Arm und Reich noch deutlich größer geworden.

Die Auszeichnung für ihr Buch erhält Quintana am Freitag in der Villa 102 im Westend. Dann wird sie von Moderatorin Santa Cruz vielleicht auch gefragt, was der Preis ihr bedeutet.

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