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Ganz viel Platz zum Auftakt auf der Buchmesse.
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Ganz viel Platz zum Auftakt auf der Buchmesse.

Frankfurter Buchmesse

Buchmesse Frankfurt: Familiäre Atmosphäre zum Auftakt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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  • Hanning Voigts
    Hanning Voigts
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Die Buchmesse startet mit ganz viel Platz und ohne Gedrängel, was vielen Fachbesuchern gar nicht so schlecht gefällt. Eng wird es nur bei der Einlasskontrollen.

Selten war der Auftakt zu einer Frankfurter Buchmesse so entspannt wie an diesem Mittwoch. Dem ein oder anderen Ausstellenden dürfte es sicherlich ein bisschen zu ruhig gewesen sein. Bei „dtv“, einem der großen Publikumsverlage, der in Halle 3 ausstellt, ist das Personal am Vormittag weitgehend unter sich. „Am Mittwochvormittag ist nie viel los, aber so wenig ist es sonst nicht“, sagt Verlagsmitarbeiterin Petra Heuckeroth. Immerhin bleibe mehr Zeit für Gespräche, auch mit den anderen Verlagen. „Die Atmosphäre ist eher familiär“, so Heuckeroth.

Am Morgen bei den Einlasskontrollen war es noch nicht ganz so familiär zugegangen. Am Eingang City bildeten sich trotz zehn abgesperrter Kontrollspuren lange Schlangen. Ein österreichischer Journalist sagt per Telefon schon mal seinen Termin für zehn Uhr ab. „Hier stehen Hunderte von Leuten“. Sein Eingang an Halle 3, den er sonst immer nutze, sei gesperrt, mault der Journalist noch. Was er nicht weiß: Am Eingang der S-Bahnstation nahe Messetorhaus ist deutlich weniger Andrang als am Eingang City. Dabei ist das Fachpublikum dort bestens präpariert. Vorgezeigt werden müssen Eintrittskarte, Impfbescheinigung/negativer Test und ein Lichtbildausweis.

Nur 2000 Aussteller

Nach dem Passieren der Kontrollen verlieren sich die zuvor Wartenden aber recht schnell in der Weitläufigkeit des Messegeländes. Auch in den Hallen selbst ist viel Platz, nur etwa 2000 Ausstellerinnen und Aussteller sind gekommen, vor der Pandemie waren es knapp 8000.

Diejenigen, die gekommen sind, bekommen teilweise mehr Platz für das gleiche Geld. Denn die sonst übliche Standmindestgröße von 2x2 Metern ist in Zeiten der Pandemie aufgrund der Ansteckungsgefahr nicht gewollt. Daher bekommen die kleinen Verlage einen Stand von 4x2 Metern für den gleichen Preis. Man sei sonst immer in Halle 4 gewesen und freue sich jetzt sehr über den geräumigen Stand in Halle 3.1, sagt etwa Alyssa Fenner, Pressesprecherin des linken Verbrecher Verlags. Die Situation sei sehr angenehm, so Fenner. „Man kann mehr atmen.“ Für ihren Verlag lohne es sich definitiv, an der Buchmesse auszustellen, selbst wenn sie in diesem Jahr bescheidener ausfalle. „Es ist halt trotzdem immer noch die Messe“, begründet Fenner. Die Verlagsleitung habe mit Gesprächen und Terminen auch genug zu tun.

Dass es trotz der leereren Hallen genug zu tun gebe, sagt auch Karin Senft, Buchhändlerin aus Regensburg. „Meine Ansprechpartner sind alle da“, berichtet sie gut gelaunt. „Die Gespräche kann man führen.“ Ähnlich sieht es auch Sarah-Lisa Knittler, Verkaufsleiterin beim Verlag Bastei Lübbe. Man habe „mehr Zeit für gute Gespräche“, einfach weil weniger Leute da seien, sagt Knittler. Dass die Buchmesse in Präsenz stattfinde, sei definitiv richtig, findet sie. „Allein um ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen für die Branche, und dafür, dass es weitergeht.“

Geschäfte im Internet

Auch der Stand der Verlagsgruppe Osiander ist am Vormittag nicht gerade gut besucht. Doch das tut der Laune von Verlegerin Julia Bielenberg keinen Abbruch. „Wir freuen uns wahnsinnig, dass es wieder losgeht, dass Gespräche möglich sind“, sagt Bielenberg. Da die Verlage aus den USA, aus Großbritannien und Asien fehlten, gebe es abgesehen vom Gastland Kanada in diesem Jahr eben eine eher europäische Buchmesse. Das Geschäft mit Lizenzen und Buchverträgen finde derzeit zu einem großen Teil online statt, räumt Bielenberg noch ein. Der Zeitraum für Verhandlungen werde einfach länger – er habe schon Wochen vor der Messe begonnen und werde hinterher noch einige Wochen weitergehen.

Abgesehen von den Atemschutzmasken, dem allgegenwärtigen Desinfektionsmittel und der Tatsache, dass es an den meisten Infotischen Plexiglasscheiben gibt, kann man beim Schlendern durch die angenehm leeren Hallen also beinahe vergessen, dass die Leere nicht gewollt, sondern eine Folge der Coronavirus-Pandemie ist. Wobei man sich auch teilweise unwillkürlich fragt, ob die Messe überhaupt schon begonnen hat. Denn vor allem bei den großen Ständen und Bühnen fällt auf, wie wenig los ist. Beim Interview mit der diesjährigen Gewinnerin des Liberaturpreises, Pilar Quintana, verlieren sich in der großen Festhalle etwa 50 Neugierige. Richtig viel los ist am Vormittag beim Blauen Sofa, dem Stand des ZDF in Halle 3.1. Kein Wunder, dort wird gerade Antje Rávic Strubel interviewt zu ihrem Werk „Blaue Frau“. Der Deutsche Buchpreis zieht immer.

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