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Aufwärmen und dem Wetter trotzen: Die Läuferinnen und Läufer wollen auf die Brustkrebserkrankung aufmerksam machen.

Frankfurt

3000 Läufer starten für das Leben

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Der Verein „Aktion Pink Deutschland“ veranstaltet den 19. Lauf gegen Brustkrebs. Er bildet den Auftakt zur Europäischen Woche des Sport, die bis Sonntag geht.

Stumm schiebt sich der Lindwurm aus Läufern am Sonntagvormittag den Untermainkai entlang. Regen peitscht den Sportlern in die teils geröteten Gesichter. Die weiß-grauen Wolken hängen tief. Nur vereinzelt werden die Athleten von Zuschauern angefeuert.

Ernste Mienen auf der Strecke weichen der Freude beim Zieleinlauf am Städel. Die „Europäische Woche des Sports“ beginnt in Frankfurt mit dem Lauf „I run for life“ („Ich renne für das Leben“), den der Verein „Aktion Pink Deutschland“ zum 19. Mal veranstaltet. „Ihr zeigt so viel Einsatz für die Heilung von Brustkrebs“, ruft die Moderatorin den Läufern zu.

Rund 3000 sind über eine zwei und eine fünf Kilometer lange Distanz gestartet. Veranstalterin Corinna Saric von „Aktion Pink“ sagt: „Es ist egal, wie viele teilnehmen, wir würden den Lauf auch für 100 organisieren“. Auch drehe es sich bei dem „Herzens-Lauf“, der ebenfalls in Hamburg und Köln stattfindet, nicht um Bestzeiten. „Es geht darum, sich gegenseitig zu motivieren mitzulaufen, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen“, berichtet die 54-Jährige.

Unter den Läufern sind am Sonntag auch 286 Betroffene. Eine von ihnen ist Eva Meissenberg, die mit ihrem zehnjährigen Sohn Aris gestartet ist. Vor sechs Jahren erkrankte die Ludwigshafenerin an Brustkrebs. Nach sechs Monaten Chemotherapie habe sie als geheilt gegolten, berichtet die 43-Jährige. „Ich stehe aber weiterhin unter Beobachtung.“ Sie ist zum zweiten Mal bei dem Lauf dabei. Meissenberg sagt: „Ich freue mich über jedes Jahr, das ich älter werde, und das gönne ich auch allen anderen“.

Auch private Laufgruppen dabei

Neben zahlreichen Unternehmens- sind auch private Laufgruppen angetreten. Mit rund 80 Läufern gehört Marco Wagner aus Wächtersbach zur zweitgrößten. Seine Nachbarin habe ihren Brustkrebs überwunden und die große Zahl von Sportlern zusammengetrommelt. „Man kann die Aktion ein bisschen unterstützen und bekommt nebenbei noch den Anreiz, sich zu bewegen“, sagt der 45-Jährige.

Ähnliche Impulse sollen auch am gegenüberliegenden Mainufer gegeben werden. Zwischen Alter Brücke und Eisernem Steg können Besucher der „Europäischen Woche des Sports“ bis kommenden Sonntag vielfältige Bewegungsangebote ausprobieren. Vor drei Jahren habe eine Untersuchung der Europäischen Union ergeben, dass „sich Europäer zu wenig bewegen“, sagt Alexander Romanowski vom Deutschen Turnerbund, der die Sportwoche mit der Stadt und anderen Initiativen organisiert.

Zahlreiche Vereine, Fitness-Studios und Personal-Trainer stellen Sportarten vor, darunter Rugby, Cheerleading und Turnen. Ein Sportstudent bietet „Park-Benching“ an, bei dem Parkbänke zum Fitness-Gerät umfunktioniert werden. „Auf der Bühne gibt es verschiedene Vorführungen“, sagt Romanowski. Ausprobieren sei nach dem Zuschauen aber ausdrücklich erwünscht. Für den stürmischen Sonntag habe sich der Tennisbezirk Frankfurt, der aus 19 Vereinen besteht, abgemeldet, berichtet Romanowski. Eigentlich sollte auf der Straße Mainkai eine Tennis-Anlage aufgebaut werden. Aufgrund des schlechten Wetters sagten die Tennisspieler jedoch ab. An den nächsten Tagen soll die Anlage jedoch errichtet werden. Einen Lauftreff gibt es jeden Abend um 19.30 Uhr. Eine Stunde lang wird in verschiedenen Geschwindigkeiten gejoggt. Am Samstagmorgen soll es um 10 Uhr dann einen großen Abschlusslauf geben, hoffentlich bei besserem Wetter.

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