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Gesperrte Schwedlerbrücke. Das Kulturdenkmal soll als Nachbildung mit Originalteilen neu gebaut werden.
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Gesperrte Schwedlerbrücke. Das Kulturdenkmal soll als Nachbildung mit Originalteilen neu gebaut werden.

Brückenbauprogramm

Die Brücken bröckeln

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Der Frankfurter Magistrat hat ein neues Programm beschlossen, das 13 Millionen Euro pro Jahr für den Abbruch, den Neubau und die Sanierung von insgesamt 43 maroden Brücken vorsieht. Allein sieben Sonderfälle kosten jeweils mehr als eine Million Euro.

Frankfurt ist nicht Amsterdam oder Hamburg. Aber trotzdem eine Stadt der Brücken. Fast 500 Brücken und Ingenieurbauwerke muss die Stadt betreuen. Nicht nur die augenscheinlichsten, die über den Main führen.

Einige sind in einem schlechten Zustand. Das steht im Magistratsbericht zum neuen Brückenbauprogramm, das der Magistrat am Freitag beschlossen hat. 43 marode Brücken sollen in den kommenden fünf Jahren saniert, abgebrochen oder neu gebaut werden. 13 Millionen Euro pro Jahr kostet das bis 2019. In sieben Fällen ist die Summe höher als eine Million Euro (siehe Kasten).

Bei rund zehn Prozent der Brücken ist laut Bericht die Standsicherheit und die Verkehrssicherheit beeinträchtigt – Note „nicht ausreichend“. Drei Prozent bekommen die schlechteste Note: „ungenügend“. Stand- und verkehrssicher seien nur noch eingeschränkt oder nicht mehr vorhanden. Der große Teil aller 482 Bauwerke steht besser da. Ein Drittel erhält die Note „ausreichend“; ein weiteres Drittel „befriedigend“. Der Rest ist gut oder sehr gut erhalten.

„Die Note gibt nicht den tatsächlichen Zustand wieder“, schränkt Kim Bartelt, Referent von Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), ein. „Alle Bauwerke sind sicher.“ Wäre eine Brücke nicht mehr verkehrstauglich, würde sie gesperrt. Sobald ein Geländer kaputt sei, die Brücke sonst aber intakt, erhalte sie eine miese Bewertung. Tatsächlich gesperrt seien aber nur die Schwedlerbrücke und der Treppenaufgang der Fußgängerbrücke am Leunaknoten, an der Hoechster-Farben-Straße Ecke Leunastraße.

Die wichtigsten Kriterien im Brückenbauprogramm: Wie ist der bauliche Zustand, wie hoch die verkehrliche Bedeutung, was ist der Stand der Planung? 25 Mitarbeiter der Brückenbauabteilung kümmern sich ausschließlich darum. Nach 2019 soll das zweite auf fünf Jahre angelegte Programm starten.

Aber auch ohne eigenständiges Bauprogramm investiert die Stadt laufend in ihre Brücken. Sie würden regelmäßig geprüft, alle zwei Jahre gebe es Zustandsberichte, so Bartelt. Kleinere Reparaturen fielen häufig an, Geländer würden erneuert, Betonschäden behoben, Schlaglöcher beseitigt.

Dass die Stadt die Aufträge für den Brückenbau nicht als öffentliche-private Partnerschaft (ÖPP) ausgeschrieben hat, wie es noch 2010 geplant war, freut die Linke im Römer. „Für das ÖPP-Abenteuer wurden schon fast drei Millionen Euro verschleudert, ohne Gegenleistung“, sagte die stellvertretenden Fraktionsvorsitzende Carmen Thiele. Die Linke habe das ÖPP-Projekt schon damals abgelehnt und sieht in dem neuen Brückenbauprogramm „in Eigenregie“ eine Annäherung des Magistrats an die eigene Position.

Im Jahr 2012 hatten die Stadtverordneten die ÖPP-Ausschreibung gestoppt. Zu unflexibel, zu teuer, so das Argument. Das ÖPP-Projekt sah vor, dass private Firmen insgesamt 170 Bauwerke neu errichten oder sanieren sollten, um sie später nur noch zu warten.

Die Stadt wäre 30 Jahre lang an die Unternehmen gebunden gewesen. Für Sanierung und Unterhalt hätte sie eine halbe Milliarde Euro ausgegeben.

Wenn das Brückenbauamt nun in kürzeren Zeithorizonten plane, könne besser auf den Zustand oder neue Anforderungen reagiert werden, teilte Verkehrsdezernent Majer mit. Alle zwei Jahre werde das Programm fortgeschrieben. „So können wir Maßnahmen gegebenenfalls vorziehen und zeitnah umsetzen.“

Auch im neuen Bauprogramm saniere die Stadt die Bauwerke nicht in Eigenregie, sagte Referent Bartelt. Das Straßenbauamt verfüge nicht über eigene Bautrupps, sondern vergebe alle Aufträge an private Firmen.

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