Ferienprogramm

Brot backen wie die Nomaden

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Beim Ferienprogramm im Jungen Museum lernen Kinder mehr über Nomaden. Erzählerin Zinnet Peken wuchs selbst als Nomadenkind auf. Ihr genaues Alter kennt sie nicht.

Das 1,60 Meter hohe blaue Zelt sieht schon von außen interessant aus. Im Inneren bietet es etwa zehn Quadratmeter Fläche. Auf dem Boden liegen Decken, Felle und Kissen, damit die kleinen Gäste es gemütlich haben. An den Gestellen, die das Zelt tragen, hängen verschiedene Alltagsgegenstände, die das Leben von Nomaden überall auf der Welt prägten oder noch prägen. Denn genau darum geht es beim Konolino-Nomadenzelt – die Lebenswelt umherwandernder Menschen zu verdeutlichen.

Konolino heißt übersetzt soviel wie kleines Zeltchen. Im Kurdischen steht das Wort „Kon“ für Zelt. Die angehängte Verniedlichung hat die Zeltbesitzerin, Zinnet Peken, aus dem Italienischen entliehen. Peken ist in Kurdistan geboren und lebt seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland. Aufgewachsen ist sie aber noch als halb-sesshafte Nomadin in ihrer armenisch-kurdischen Familie. „Die Winter verbrachten wir in Hütten“, erinnert sich die Frankfurterin. Sobald es wärmer wurde, zogen die Familien wieder mit den Herden umher. „Unsere Zelte schlugen wir dann meistens an Flüssen auf, da die Sommer sehr heiß wurden und wir das Wasser brauchten.“ Bereits in jungen Jahren musste Zinnet Peken mit anpacken: Brennholz sammeln und Wasser holen. Es sei ein interaktives Lernen gewesen aber es war auch hart, sagt Peken.

Ihr eigentliches Geburtsdatum kennt die Frau nicht. „Ich schätze ich bin zwischen 45 und 50 Jahre alt.“ Ihre Eltern richteten sich nach den Jahreszeiten, nicht nach Tagen oder Jahren. Heute feiere sie ihren Geburtstag stets an einem sonnigen Tag im Sommer. „Dann gehen wir zum Picknick.“

Zinnet Pekens Konolino wird in der kommenden Woche im Jungen Museum, Saalgasse 1, stehen. Dann haben Kinder ab fünf Jahren die Möglichkeit mehr über die Kultur verschiedener Nomadenvölker zu erfahren. Die Frankfurterin wird Geschichten und Märchen aus verschiedenen Ländern erzählen, teilweise so wie sie sie als Kind selbst gehört hat. „Die Erzählungen und Märchen werden mündlich weitergegeben.“ Manche Geschichten werde sie modern aufbereiten und neu erfinden und gestalten.

Doch die Kinder sollen nicht nur zuhören, sondern auch selbst aktiv werden. Sie richten ein nomadisches Gastmahl mit gebackenem Brot her und stellen einen Glücksbringer für zu Hause her.

Die kleinen Besucher würden dabei etwas über Eigenständigkeit lernen. Peken stellt Fragen, wie man eigentlich an Kleidung, Nahrung und weitere Dinge kommt, wenn kein Supermarkt in der Nähe ist. „Viele merken dann, dass die Dinge aus der Natur kommen und dass sie selbst schon gebacken oder gepflückt haben.“ Oftmals eine Erleuchtung für die Kinder, so Peken.

Das Zelt ist von Dienstag, 8. Januar, bis Freitag, 11. Januar, auf der Ebene 0 im Jungen Museum zu finden. Die Teilnahme kostet drei Euro pro Person. Eine Anmeldung ist erforderlich: Telefon 069 / 212 351 54. Der Besuch dauert etwa 90 Minuten. Einzelpersonen können das Zelt am Donnerstag und Freitag jeweils um 15 Uhr besuchen; Gruppen an allen Tagen um 10 und 13 Uhr, sowie Dienstag und Mittwoch auch um 15 Uhr.

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