Mehr als 2300 Briten leben in Frankfurt. Immer mehr stellen nun Anträge für einen Aufenthalt. 
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Mehr als 2300 Briten leben in Frankfurt. Immer mehr stellen nun Anträge für einen Aufenthalt. 

Brexit

Briten wollen in Frankfurt bleiben

  • Stefan Simon
    vonStefan Simon
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Bisher wurden knapp 600 Anträge für Aufenthalt bei der Ausländerbehörde gestellt, Die Übergangsregelung für den Brexit gilt bis Ende des Jahres.

Großbritannien tritt um 0 Uhr offiziell aus der Europäischen Union aus. Dreieinhalb Jahre nach dem Referendum, nach zwei Premierministern und zwei Unterhauswahlen.

Der Brexit beschäftigt auch die mehr als 2300 in Frankfurt lebenden Briten. „Mittlerweile haben sich circa 600 britische Staatsangehörige bei der Ausländerbehörde gemeldet. Dieser Personenkreis hat entsprechende Anträge gestellt“, sagt Michael Jenisch, Sprecher des Ordnungsamtes, dem auch die Ausländerbehörde untersteht. In den letzten Tagen sei eine erhöhte Antragstellung zu verzeichnen, „Tendenz steigend“.

Noch bevor das endgültige Brexit-Datum feststand, gab es innerhalb der Ausländerbehörde viele Unklarheiten. Die Angst war groß, dass die Briten mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU sich nicht mehr ohne weitere Papiere in Deutschland aufhalten dürfen. Doch so weit ist es nicht gekommen. Jenisch teilte der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit, dass der Austritt Großbritanniens durch ein „entsprechendes Austrittsabkommen geregelt“ sei.

Freizügigkeitsrecht gilt noch

Dieses enthalte Übergangsregelungen, die unter anderem auch den Aufenthalt britischer Staatsangehöriger und deren Familien regeln, die ab heute sogenannte Drittstaatler sind. Dabei handelt es sich um Nicht-EU-Bürger. Das heißt laut dem Asyl- und Ausländerrecht der EU, dass die britischen Drittstaatler die europarechtliche Freizügigkeit verlieren. Da aber der ungeregelte Brexit abgewendet wurde, sieht das Austrittsabkommen eine Übergangsregelung vor, als handele es sich beim Vereinigten Königreich nach wie vor um einen Mitgliedstaat der Europäischen Union.

Dies bedeutet auch, dass Briten, die nach dem Austritt, aber innerhalb der Übergangszeit ihren Wohnsitz nach Deutschland verlegen, von demselben Freizügigkeitsrecht Gebrauch machen können, wie es für Unionsbürger gilt. Das Freizügigkeitsrecht besteht dementsprechend auch für die Familienangehörigen. Weil die Übergangsregelung zum 31. Dezember dieses Jahres endet, bleibe also ausreichend Zeit, um die Anträge aller hier lebenden Briten zu bearbeiten, sagt Jenisch. „Wir bedienen uns zur Unterstützung extra bei hierfür abgestellten Ausbildungskräften.“

Alle Briten, die seit fünf Jahren oder länger in Deutschland leben, können auf eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis hoffen. Wenn dies tatsächlich auf all jene zutreffe, „könnten wir bei einer Zahl zwischen 1000 und 1200 Personen landen“, sagt Jenisch.

Während viele Großbritannien hinterhertrauern, verhehlt man in Frankreich die Erleichterung über den Brexit nicht.

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